Zukunftsprojekt elektronische Gesundheitskarte

KKH-Chef weist Ärzte-Kritik zurück

Berlin - 28.05.2013, 14:37 Uhr


Die Vertragsärzte haben mit einem Ausstieg aus der gematik, der Betreiberorganisation für die elektronische Gesundheitskarte (eGK), gedroht, wenn die Anwendungen der Karte weiterhin rein im Interesse der Krankenkassen ausgerichtet würden. Der Vorstandsvorsitzende der KKH Kaufmännische Krankenkasse, Ingo Kailuweit, reagierte nun mit Unverständnis: Schließlich sei den Ärzten der Fahrplan bekannt – und sie hätten in der gematik stets ihre Interessen einbringen können.

Die eGK, so Kailuweit, sei „ein gemeinsames Zukunftsprojekt, das die Patientenversorgung durch einen erhöhten Informationsaustausch in Deutschland verbessern soll und auch wird“. Dass die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nun angekündigt hat, einen eigenen Weg einschlagen zu wollen, hält der KKH-Chef „für ein völlig falsches Signal“.

Er verweist darauf, dass Ärztevertreter ihre Interessen und Erfahrungen stets in den Entwicklungsprozess einbringen konnten. So sei es in der Vergangenheit gewesen - und so sollte es auch in Zukunft sein. Der Kassenchef führt zudem an, dass die Ärztevertreter den Fahrplan der Umsetzung der einzelnen Projektbausteine mitgetragen hätten. Tatsächlich stand bei der gematik, in der die Spitzenverbände der Leistungserbringer und der Kostenträger gemeinsam an der eGK arbeiten, das Management der Versichertenstammdaten stets mit an vorderster Stelle, wenn es um die ersten Anwendungen für die nach wie vor sehr bescheiden ausgestattete eGK ging. Viele weitere angedachte Funktionen sind noch nicht weit über das Ideenstadium hinausgekommen.

Auch Kailuweit betont: „Für gewisse Anwendungen wie beispielsweise den online-basierten Arztbrief müssen zunächst die technischen Voraussetzungen geschaffen werden.“ Zudem weist er zurück, die Kassen hätten kein Interesse an den Funktionen, die die Ärzte für wichtig befinden. Auch die Krankenkassen wollten, dass der Informationsaustausch zum Beispiel zwischen Krankenhaus und behandelndem Arzt durch die eGK maßgeblich verbessert wird: „Es sind schließlich die Versicherten, die von einer hochwertigen Versorgung, bei der Informationen über die eGK schnell verfügbar sind, profitieren."

Die gematik selbst verwies erst unlängst darauf, dass sie die Interessen aller Gesellschafter, so auch die der Ärztinnen und Ärzte, zu jeder Zeit wahre. „Wir stehen bei unserer Arbeit auch mit der Ärzteschaft im intensiven Dialog, denn nur eine am ärztlichen Berufsalltag orientierte Telematikinfrastruktur garantiert einen tatsächlichen Mehrwert für Ärzte“, betonte Prof. Dr. Arno Elmer, Hauptgeschäftsführer der gematik. Um schnell Nutzen für die Versicherten zu schaffen, arbeite die gematik intensiv daran, die medizinischen Anwendungen in der Telematikinfrastruktur schnellstmöglich auf den Weg zu bringen. Elmer betonte zudem, dass im seit Januar 2012 bestehenden Lenkungsausschuss der gematik-Gesellschafter alle Inhalte der Projekte konsentiert und einstimmig beschlossen werden. Damit war auch die KBV bislang stets in die Entscheidungen einbezogen.


Kirsten Sucker-Sket


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