Versandhandels-Kongress

Verbandchef Froese will Kontrapunkt setzen

Berlin - 22.05.2013, 11:13 Uhr


Bislang fristete der Jahreskongress des Bundesverbandes Deutscher Versandapotheken (BVDVA) eher ein Schattendasein im Terminkalender der Branchenereignisse. Das könnte in diesem Juni anders werden: Die Gästeliste verspricht hohe Aufmerksamkeit. Auch Dr. Peter Froese, der Vorsitzende des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein, hat sein Kommen zugesagt und wird sogar einen Vortrag zum Thema „Der Arzneiversand aus Sicht eines Offizin-Apothekers“ halten.

Einen „Kontrapunkt“ will Froese mit seinem Gastbeitrag im BVDVA-Programm setzen. Froese, der selbst eine Versandhandelslizenz für seine Apotheke besitzt, will über die Unvereinbarkeit der Fernversorgung per Versandhandel und der tagtäglichen Notwendigkeit der individuellen Patientenbetreuung sprechen. Dass Froese keine Berührungsängste mit den von den ABDA-Standesvertretern ungeliebten Kindern des Apothekengeschäfts hat, bewies er schon im Februar 2012. Da saß Froese ebenfalls auf dem Podium, als mit dem Vorsitzenden des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe, Dr. Klaus Michels, erstmals ein ABDA-Offizieller auf dem Kooperationsgipfel 2012 des Bundesverbandes Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) sprach. Als Verlängerung des ersten offiziellen Kontaktes zwischen ABDA-Präsident Friedemann Schmidt und BVDVA-Chef Christian Buse im März versteht Froese seinen Auftritt nicht. Mit der ABDA-Spitze hat Froese seine Zusage nicht abgestimmt.

Auch sonst verspricht das BVDVA-Programm interessante Beiträge: Kurz vor der Präsentation des CDU/CSU-Wahlprogramms will CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn über den „Apothekenbus“ einen Vortrag halten: „Versorgung in der Fläche: Die rollende Apotheke als Lösung“, so der Titel. Die übliche Podiumsdiskussion mit Vertretern der politischen Parteien ist prominenter und vollständiger besetzt als beim letzten DAV-Wirtschaftsforum in Potsdam – falls alle zugesagten Teilnehmer erscheinen. 

Zum ersten persönlichen Duell um die umstrittenen Rx-Boni könnte es zwischen Rechtsanwalt Dr. Morton Douglas und Walter Oberhänsli kommen. Douglas streitet für die Apothekerkammer Nordrhein gegen die DocMorris-Prämien. Im Anschluss an den Vortrag von Douglas über aktuelle Aspekte des Wettbewerbsrechts will Oberhänsli als Chef der Schweizer Zur Rose Gruppe, zu der DocMorris gehört, über die Zukunft des Versandhandels sprechen.


Lothar Klein