Datenaffäre

ABDA löscht El Pato Sonderbericht

Berlin - 15.05.2013, 15:11 Uhr


Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hat klammheimlich den El Pato Sonderbericht über die wirtschaftlichen Verflechtungen von ihrer Internetseite gelöscht. Unter dem Datum der Veröffentlichung am 17. April finden sich in der Rubrik „Pressemitteilungen“ die frühere Pressemitteilung und der Link zur neunseitigen Zusammenfassung nicht mehr.

Ein ABDA-Sprecher bestätigte auf Anfrage die Löschung der entsprechenden Pressemitteilung. Zu den Umständen und Hintergründen dieser Maßnahme wollte die ABDA zunächst keine Stellung nehmen: „Kein Kommentar“, hieß es dazu von der Pressestelle im Apothekerhaus. Nicht beantworten wollte der Sprecher die Frage, ob dies im Zusammenhang mit erfolgten oder angedrohten juristischen Schritten steht.  

In der aktuellen Ausgabe des PRMAGAZINs heißt es nämlich, der frühere ABDA-Sprecher und Mitgründer der Kommunikationsagentur El Pato, Thomas Bellartz, wolle gegen die Veröffentlichung des Berichts juristisch vorgehen. Das Magazin zitiert Bellartz mit der Aussage: „Dass ein Arbeitgeber personenbezogene Daten aus Arbeitsverträgen öffentlich macht, ist keine Krisenkommunikation, sondern illegal. Im Übrigen ist der Bericht in wesentlichen Teilen irreführend und falsch.”

Nach Angaben des Sonderberichts zahlte die ABDA in den Jahren 2007 bis einschließlich 2011 rund 2,5 Millionen Euro an den PR-Dienstleister El Pato. Die ABDA zieht aus dem Bericht den Schluss, ihr sei kein finanzieller Schaden entstanden. Ob Rechnungen überhöht gewesen sein könnten, wurde nicht untersucht, wie die stellvertretende Pressesprecherin Ursula Sellerberg laut PRMAGAZIN bestätigte.


Lothar Klein


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