Arzneimitteltherapie-Sicherheit

Medikationsmanagement kurzfristig implementieren!

Stuttgart - 10.05.2013, 11:15 Uhr


Die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft e.V. (DPhG) sieht in der neuen pharmazeutischen Tätigkeit Medikationsmanagement ein großes Potenzial für die Zukunft des Berufsstandes der Apotheker. Sie empfiehlt, zeitnah

In einem soeben publizierten Statement betont die DPhG, welchen Nutzen das Medikationsmanagement  für die Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit hat. Offen seien jedoch noch Inhalte und Umfang eines Medikationsmanagements. Um hier weiter zu kommen, empfiehlt die DPhG in Übereinstimmung mit dem Pharmaceutical Care Network Europe (PCNE) die Unterscheidung in die folgenden drei Stufen:

  1. Ein einfaches Medikationsmanagement anhand der in der Apotheke vorliegenden Daten (z. B. Rezepte, Selbstmedikation, Kundendatei). Hiermit können vor allem Doppelverordnungen, Interaktionen und nicht plausible Dosierungen erkannt werden.
  2. Ein erweitertes Medikationsmanagement wie unter 1. beschrieben unter zusätzlicher Einbeziehung weiterer Informationen vom oder über den Patienten. Hiermit können auch unerwünschte Arzneimittelereignisse, Adhärenzprobleme und Anwendungsfehler erkannt werden.
  3. Ein klinisches Medikationsmanagement wie unter 2. beschrieben unter zusätzlicher Einbeziehung von ärztlichen Daten (z. B. Diagnosen, Labor­daten). Hiermit kann die Medikation auch auf Indikationen und Kontraindikationen überprüft und die Dosierung der Arzneimittel an die Nieren- und ­Leberfunktion angepasst werden.

Stufe 1 und 2 sollten nach den Vorstellungen der DPhG kurzfristig in öffentlichen Apotheken implementiert werden. Aufgrund des Zeitaufwandes und der nötigen Expertise fordert die DPhG Gesetzgeber, Kostenträger und den Berufsstand auf, Konzepte für eine angemessene Umsetzung und Honorierung zu erarbeiten.
Stufe 3, also ein klinisches Medikationsmanagement, erfordere strukturelle Voraussetzungen, die bislang nur im stationären Bereich gegeben sind. Im ambulanten Bereich sollten die Kostenträger entsprechende Modelle schaffen, die eine multiprofessionelle Zusammenarbeit erleichtern bzw. einfordern. An die Universitäten und Apothekerkammern geht die Forderung, die wissenschaftlichen und methodischen Grundlagen des Medikationsmanagements fest in Aus-, Fort- und Weiterbildung zu verankern.

 


Dr. Doris Uhl


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