Lagebericht aus Westfalen-Lippe

AVWL hat „ein bisschen Hoffnung“

Münster - 06.05.2013, 16:03 Uhr


Nach einem „miserablen 2012“ erwarten die Apotheken in Westfalen-Lippe im laufenden Jahr eine „leichte wirtschaftliche Verbesserung“ – auch wenn dies nicht für alle 2.117 Apotheken gelte. Dies verkündete heute der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) auf einer Pressekonferenz zur wirtschaftlichen Lage der Apotheken in Westfalen-Lippe.

Mit dem Gesetz sei zwar nicht vor Mitte des Jahres zu rechnen und die vorgesehene Notdienstpauschale decke auch nicht die entstehenden Kosten, erklärte der Verband den geladenen Pressevertretern. Doch letztlich bleibt der apothekerliche Notdienst laut AVWL „eine Verpflichtung gegenüber unserer Gesellschaft und dem Gemeinwohl, ist aber kein einträgliches Geschäftsmodell“. Der Verband fordert angesichts der Kostensteigerungen aber Vergütungsgerechtigkeit und eine Dynamisierung des Honorars.  

Die „typische Apotheke“ habe einen Jahresumsatz zwischen 1,25 und 1,5 Millionen Euro. Trotz des Anstiegs beim Gesamtumsatz in den letzten zehn Jahren (+25 %) sei der Rohgewinn in den beiden vergangenen Jahren aber zurückgegangen: Im Jahr 2012 lag das Betriebsergebnis vor Steuern für eine typische Apotheke bei 67.000 Euro (2011: 69.000 Euro). 2012 lag der einem Nettogehalt vergleichbare Verfügungsbetrag eines selbstständigen Apothekers – nach Betriebskosten, Steuern und Altersvorsorge – mit 34.000 Euro nochmals um 1.000 Euro unter dem des Vorjahrs.

Dieser „Dauerrückgang“ hat sich auch auf die Zahl der Apotheken in Westfalen-Lippe ausgewirkt: Sie ging im vergangenen Jahr um drei Prozent von 2.184 auf 2.127 zurück. 16 Neueröffnungen standen 73 Schließungen gegenüber. Im ersten Quartal des laufenden Jahres hat dieser Trend angehalten, sodass es in Westfalen-Lippe inzwischen nochmal zehn Apotheken weniger gibt, also derzeit 2.117. „Setzt sich dieser Trend fort, dann verliert Westfalen-Lippe 2013 weitere zwei Prozent der Apotheken“, so der Verband. Etwa jede fünfte westfälische Apotheke wird als Filialapotheke geführt.

Der AVWL verwies bei dem Pressefrühstück zudem auf die ungewisse Zukunft der PTA-Ausbildung in Westfalen-Lippe. Die Landesregierung will die 16 PTA-Schulen des Landes künftig nicht mehr finanziell fördern. Wenn eine berufliche Erstausbildung kostenfrei bleiben solle, gebe es keine vernünftige Alternative zur Berufskolleglösung, betont der Verband. Die Regierung habe eine „kostenlose Bildung von der Kita bis zur Hochschule“ versprochen – „wie passt das dazu, dass angehende PTA zukünftig bis zu 378 Euro monatlich für ihre Ausbildung zahlen sollen?“


DAZ.online/AVWL


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