Fortbildungskongress in Damp

Ehmen fordert mehr Verantwortung in der Versorgung

Damp - 15.04.2013, 10:57 Uhr


Beim Fortbildungskongress der Apothekerkammer Schleswig-Holstein im Ostseebad Damp forderte Kammerpräsident Gerd Ehmen für die Apotheker mehr Verantwortung in der Versorgung und eine Vergütungssystematik, die die differenzierte Situation in Stadt und Land berücksichtigt und den finanziellen Spielraum für ein erweitertes Dienstleistungsspektrum eröffnet.

Ehmen hob die große Beliebtheit der seit über 20 Jahren bestehenden Tagung hervor. Bei der Eröffnung blickte er auf die Novellierung der Apothekenbetriebsordnung zurück. Damit seien Qualität und Beratung zu einem wesentlichen Schwerpunkt der Berufstätigkeit geworden. Die heilberufliche Verantwortung der Apotheker sei gestärkt worden. „Und dies ist der einzige - richtige Weg, den wir beschreiten können“, erklärte Ehmen. Ebenso wichtig sei aber eine dauerhafte wirtschaftliche Grundlage für die Apotheken. Das AMNOG habe tiefe Spuren hinterlassen und es bestehe die große Gefahr, dass nach dem Rückzug der ärztlichen auch der Rückzug der apothekerlichen Versorgung aus der Fläche stattfinde. Ehmen erklärte: „Es ist nicht tolerabel, dass die Arzneimittelversorgung in Deutschland Löcher bekommt.“ Das flächendeckende Angebot könne nur erhalten bleiben, wenn die Apotheke ihr Leistungsspektrum zum Nutzen der Patienten erweitere - sowohl vor als auch nach der Arzneimittelabgabe. Die Apotheke müsse sich in unterversorgten Regionen zu einem Portal des Gesundheitswesens entwickeln, ohne neue diagnostische oder therapeutische Aufgaben zu übernehmen. Die Apotheken seien die erste heilberufliche Anlaufstelle für Patienten und würden täglich millionenfach risikoorientierte Beratungsprozesse durchführen.

Um solche Entwicklungen zu ermöglichen, sei aber eine neue Vergütungssystematik nötig, die den nötigen finanziellen Spielraum schafft. „Dies ist eine zwingende und notwendige Voraussetzung für eine zukunftsgerichtete Wahrnehmung heilberuflicher Verantwortung“, so Ehmen. Es gehe nicht um einen Eingriff in die ärztliche Therapiehoheit, sondern die Patienten sollten „am anderen Ende der Leistungsfolge“ durch ihre Arzneimitteltherapie begleitet werden, beispielsweise mit einem engmaschigen Arzneimittelmonitoring für multimorbide und immobile Patienten wie im ABDA/KBV-Modell.

„Wir können und wir wollen mehr Verantwortung in der Patientenversorgung übernehmen für eine gesicherte Gesundheitsversorgung der Bevölkerung“, erklärte Ehmen. Als Grundlagen dafür nannte Ehmen den „naturwissenschaftlich konstruktiven Blick auf das Arzneimittel“ und ein breites Fortbildungsangebot auf hohem wissenschaftlichen Niveau wie beim Fortbildungskongress in Damp.


Dr. Thomas Müller-Bohn


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