BfArM und PEI

Schutz vor irreführenden Arzneimittelbezeichnungen

Berlin - 20.03.2013, 13:15 Uhr


Arzneimittel sollen keine verharmlosenden oder werbenden Namen mehr haben. Eine entsprechende Leitlinie brachten das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf den Weg, wie die Behörden mitteilten. Ziel ist es, Verwechslungen und Fehlanwendungen durch unklare, irreführende und verharmlosende Namen künftig verlässlich auszuschließen.

Die neue Leitlinie ist eines der Ergebnisse des „Aktionsplans zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland“. Mit ihr reagieren die Zulassungsbehörden nach eigenen Angaben auf einen „Trend“ in der Pharmaindustrie, bei der Entwicklung neuer Arzneimittelbezeichnungen verstärkt auch Marketingstrategien in den Vordergrund zu stellen. So würden immer häufiger verharmlosende Arzneimittelnamen und verwirrende Namenszusätze wie „super“ oder „express“ beantragt.

Die „Leitlinie zur Bezeichnung von Arzneimitteln“ soll der pharmazeutischen Industrie bereits im Vorfeld eines Antrages klare Arbeits- und Entscheidungshilfen an die Hand geben, um langwierige Auseinandersetzungen zu vermeiden. Sie soll künftig eindeutige und verwechslungssichere Bezeichnungen von Arzneimitteln als Identifikations- und Unterscheidungsmerkmal stärken und zur Sicherheit im Arzneimittelverkehr beitragen. „Davon profitieren Patienten, Ärzte und Apotheker gleichermaßen“, so das BfArM.

Aufgabe des BfArM ist die Abwehr von Gesundheitsgefahren durch kontinuierliche Verbesserung der Sicherheit von Arzneimitteln, Risikoüberwachung von Medizinprodukten und Überwachung des Betäubungsmittel- und Grundstoffverkehrs. Das PEI kümmert sich um die Erforschung, die Bewertung des Nutzen-Risikoverhältnisses und die Zulassung von humanen biomedizinischen Arzneimitteln und von Impfstoffen und Allergenen für Mensch und Tier sowie die Genehmigung klinischer Prüfungen, die experimentelle Produktprüfung und staatliche Chargenfreigabe sowie die Bewertung von Arzneimittelnebenwirkungen.


Juliane Ziegler


Das könnte Sie auch interessieren

Johnson & Johnson zu mehr als einer halben Million Dollar Strafzahlung verurteilt / Purdue Pharma strebt offenbar Vergleich an

USA: Pharmafirmen zahlen für Opioid-Krise

Umstrittene Studie mit depressiven Jugendlichen wird neu analysiert

Paroxetin doch nicht besser als Placebo

Gericht erlaubt Zusatzbezeichnung nur bei schneller Wirkung

„Akut“ muss akut wirken

Die Kunst des Deprescribing

Weniger ist mehr