Folgen der gestrichenen Praxisgebühr

KKH: deutlich mehr Rezepte im Januar

Berlin - 13.03.2013, 16:27 Uhr


Die KKH Kaufmännische Krankenkasse meldet für Januar 2013 einen extremen Anstieg ihrer Arzneimittelausgaben. Gegenüber dem Vormonat Dezember seien sie um 11,3 Prozent je Versichertem gestiegen. Der Vorstandsvorsitzende der Kasse, Ingo Kailuweit, erklärt sich dies nicht zuletzt mit der Abschaffung der Praxisgebühr zum 1. Januar 2013.

Die Zahl der Rezepte sei im Januar gegenüber dem Dezember 2012 um 17,8 Prozent gestiegen, heißt es bei der KKH. Diese Entwicklung war allerdings zu erwarten – spätestens nachdem die Ausgaben- und Mengenentwicklung für den Monat Dezember bekannt wurde. So hatte IMS Health vor einem guten Monat für Dezember 2012 einen Rückgang der GKV-Arzneiausgaben für Arzneimittel, Testdiagnostika und Impfstoffe um 6,5 Prozent vermeldet – verglichen mit dem Dezember des Vorjahres. Auch hier war schon angenommen worden, dass dies mit der ab Januar weggefallenen Praxisgebühr im Zusammenhang stand.

Die KKH meldet allerdings auch einen Anstieg der Arzneimittelausgaben um 8,6 Prozent je Versichertem im Vergleich um Januar des Vorjahres. Auf 66,5 Millionen Euro bezifferten sie sich im ersten Monat des Jahres.

Kailuweit warnt nun vor einer Fortsetzung dieses Trends in den nächsten Monaten: „Es darf nicht dazu kommen, dass der Arzneimittelsektor die Kostenspirale erneut nach oben schraubt. Die insgesamt komfortable Finanzsituation im Gesundheitswesen kann sich angesichts anziehender Leistungsausgaben schnell ändern“. Deshalb ist aus seiner Sicht auch die Entscheidung der Bundesregierung falsch, den Bundeshaushalt aus Rücklagen des Gesundheitsfonds zu sanieren.


Kirsten Sucker-Sket


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