Forsa-Umfrage

Notdienst als sehr wichtig eingeschätzt

Kiel - 26.02.2013, 17:18 Uhr


Etwa 50 Prozent der Menschen in Norddeutschland schätzen den Notdienst der Apotheken als sehr wichtig ein, weitere etwa 35 Prozent als wichtig. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Forsa-Gesellschaft für Sozialforschung, das die Apothekerkammer und der Apothekerverband Schleswig-Holstein als Vorbereitung auf den Aktionstag „Wir machen den Tag zur Nacht!“ bekannt gaben.

Die Bedeutung, die die Menschen dem Notdienst beimessen, muss von der tatsächlichen Inanspruchnahme unterschieden werden. In den vergangenen 12 Monaten nahm jeder fünfte Befragte den Notdienst ein bis fünf Mal in Anspruch, drei Prozent sechs bis zehn Mal und zwei Prozent öfter, ergab die Umfrage. „Zum Glück muss die Mehrheit der Menschen in Schleswig-Holstein den Notdienst der Apotheken nicht in Anspruch nehmen, aber für dieselben Menschen ist wichtig, dass immer eine Apotheke für sie bereitsteht“, erklärte Gerd Ehmen, Präsident der Apothekerkammer Schleswig-Holstein, dazu.

Die zumutbare Entfernung zur Notdienst-Apotheke wird in Norddeutschland unterschiedlich wahrgenommen. Gemäß der Mitteilung der Apothekerorganisationen halten mehr als zwei Drittel der Befragten einen Weg bis zu 10 Kilometern für akzeptabel, für 15 Prozent seien 11 bis 19 Kilometer noch annehmbar, aber bei größeren Entfernungen sinkt die Akzeptanz merklich. „Die Wahrnehmung von zumutbaren Entfernungen in Schleswig-Holstein zeigt unterschiedliche Bedürfnisse in Stadt und Land, aber hängt sicherlich auch von der eigenen Mobilität sowie den Verkehrswegen ab“, so Ehmen.

In der Umfrage wurde auch nach einer angemessenen Vergütung des Nacht- und Notdienstes gefragt. Dabei wurde unterstellt, dass zehn Personen pro geleistetem Notdienst jeweils 2,50 Euro Notdienstgebühr entrichten. Gemäß der Umfrage halten fast zwei Drittel der Befragten die daraufhin eingenommenen 25 Euro eindeutig für zu niedrig, nur für ein knappes Drittel erscheint der Betrag „angemessen“. Die Apothekerorganisationen weisen darauf hin, dass das Gehalt des Notdienst leistenden Apothekers damit jedenfalls nicht zu finanzieren ist. Die Öffentlichkeit soll am bevorstehenden Aktionstag über den Notdienst als besondere Dienstleistung der Apotheken informiert werden.


Thomas Müller-Bohn