Pharmazeutischer Beratungsservice

Apothekenberatung über den Bildschirm

Waldenburg/Berlin - 19.02.2013, 14:43 Uhr


Im baden-württembergischen Waldenburg gibt es ab Herbst pharmazeutische Beratung der besonderen Art: In einem Gebäude, in dem auch ein Seniorenzentrum und eine Arztpraxis ihre Türen öffnen werden, will Apotheker Stefan Wahl seine Kunden künftig über einen Bildschirm beraten. „Keine Rezeptsammelstelle, sondern ein Beratungsdienst“, betont er gegenüber DAZ.online.

Wahl betreibt das Vitalwelt Gesundheitszentrum – bestehend aus Sanitätshaus und Apotheke – in Schwäbisch Hall-Michelfeld und zwei weitere Apotheken. Seit vielen Jahren wird über das Für und Wider von Videoapotheken diskutiert. Auch nach dem Aus für die CoBox habe es weiterhin viele Anfragen nach einem Beratungsservice gegeben, erzählt er. Daher habe er sich entschieden, es auf einen Versuch ankommen zu lassen: Ab Herbst will er den Beratungsservice in Waldenburg anbieten.

Dem Apotheker steht dafür ein separater Raum zur Verfügung, der mit einem Scanner, einer Kamera und einem Flachbildschirm ausgestattet ist. Per Video können Patienten sich mit Wahl oder seinen Mitarbeitern verbinden, ihre Rezepte einscannen und direkt dazu beraten lassen – beispielsweise zu Verträglichkeiten. So können Probleme vermieden werden, die bei einer Beratung am Telefon auftreten können, erklärt Wahl. Denn das Apothekenpersonal könnte sich sicher sein, dass das, was der Patient sage, auch tatsächlich das sei, was auf dem Rezept stehe.

Die Patienten können von Wahl und seinem Team bei Bedarf auch mit Arzneimitteln beliefert werden. In diesen Fällen würde ein Fahrer das entsprechende Rezept zunächst vor Ort abholen und dem Patienten das Arzneimittel später nach Hause liefern, betont Wahl. Der Service soll allerdings keine bloße Rezeptsammelstelle sein – Priorität hat für Wahl in jedem Fall die pharmazeutische Beratung: „Es ist ein Versuch. Wir wollen testen, ob das Angebot angenommen wird.“


Juliane Ziegler


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