Fortschritt beim Kolonkarzinom

Längeres Überleben durch Aflibercept

15.02.2013, 14:05 Uhr


Aflibercept (Zaltrap®), ein neuer Angiogenese-Hemmstoff, inhibiert die Wachstumsfaktoren VEGF-A, VEGF-B und PIGF. Aflibercept wurde in Kombination mit einer Irinotecan/5-Fluorouracil/Folinsäure-Chemotherapie zur Behandlung Erwachsener mit metastasiertem kolorektalem Karzinom zugelassen, die auf ein Oxaliplatin-haltiges Therapieregime nicht angesprochen haben.

Aflibercept ist ein rekombinantes Fusionsprotein, das aus der konstanten Region des humanen Immunglobulin IgG1 und der extrazellulären Domäne der humanen VEGFR-1 und -2 besteht und mit hoher Affinität VEGF-A und -B sowie den plazentaren Wachstumsfaktor (PIGF) bindet. Mit dieser Dreifach-Blockade wird auch die Wirksamkeit von Aflibercept bei Patienten erklärt, die auf eine Bevacizumab-Therapie nicht mehr ansprechen.

Die Zulassung beruht auf der randomisierten, placebokontrollierten multizentrischen Phase-III-VELOUR-Studie, in der die Wirksamkeit von Aflibercept als Zweit-Linien-Therapie bei Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC) nachgewiesen wurde, die vorher mit einem Oxaliplatin-haltigen Regime behandelt wurden. 1226 Patienten erhielten neben dem FOLFIRI-Regime zusätzlich Placebo (n = 612) bzw. Aflibercept (4 mg/kg KG alle zwei Wochen; n = 614). Der primäre Endpunkt der Studie war das Gesamtüberleben. Die sekundären Endpunkte umfassten progressionsfreies Überleben, Gesamtansprechrate und Sicherheit. Patienten mit zusätzlicher Aflibercept-Therapie zeigten ein verlängertes medianes Gesamtüberleben (13,5 vs. 12,06 Monate) sowie eine erhöhte Ansprechrate (20% vs. 11%) im Vergleich zur Kontrolle. Außerdem war eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens von 4,67 Monaten auf 6,90 Monate zu beobachten. Unerwünschte Ereignisse, wie Diarrhoe, Fatigue, Stomatitiden, Infektionen, Hypertonie, abdominale Schmerzen, Neutropenie und Proteinurie, waren in der mit Aflibercept behandelten Gruppe teilweise um ein Vielfaches erhöht.

Aflibercept ist seit Dezember 2012 unter der Bezeichnung Eylea® (Bayer Pharma AG) als intravitreale Injektion zugelassen zur Behandlung der neovaskulären (feuchten) altersabhängigen Makuladegeneration (AMD).

Lesen Sie ausführlicher in der aktuellen DAZ „Fortschritt beim Kolonkarzinom: Längeres Überleben durch Angiogenesehemmung“.


DAZ.online


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