Pharmaindustrie

Standortsicherung in Hessen

Wiesbaden - 07.02.2013, 11:48 Uhr


Politik und Wirtschaft wollen in Hessen gemeinsam Strategien zur Stärkung der Pharmaindustrie des Landes entwickeln. „Hessen kann auf eine Jahrhunderte lange Tradition als Pharmastandort zurückblicken“, betonte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. Die Initiative soll bestehende Arbeitsplätze sichern und die Attraktivität von Investitionen in Forschung, Entwicklung und Produktion steigern.

„Von einer starken Gesundheitsindustrie profitieren wir alle – die Arbeitnehmer, die Unternehmen und allen voran die Menschen in Hessen, die mit hochwertigen und bezahlbaren Arzneimitteln versorgt werden“, sagte Bouffier. Schon heute sei Hessen ein in Deutschland herausragender Standort der Gesundheitsindustrie – diese erreiche eine Exportquote von durchschnittlich 64 Prozent. Innovative Gesundheitsprodukte seien dabei die Grundlage für weiteres Wachstum und sicherten die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Forschungsstandorts Hessen.

Beteiligt am neuen Projekt sind neben der hessischen Landesregierung auch die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), der Verband der Chemischen Industrie (VCI) sowie Vertreter aus Wissenschaft und Forschung. Unter den ebenfalls mitwirkenden Unternehmen aus der Gesundheitsindustrie finden sich Firmen wie AbbVie, Eisai, Engelhard, Fresenius, Genzyme, Lilly, Merck Serono, Merz, Novartis, Sanofi-Aventis, Stada und Vital.

Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) betonte, in der Finanz- und Staatsschuldenkrise sei deutlich geworden, dass derjenige krisenfester sei, der über einen starken Kern des produzierenden Gewerbes verfüge. In der neuen Initiative Gesundheitsindustrie zögen Politik und Wirtschaft daher an einem Strang, um den langfristigen Erfolg des Standortes zu sichern. Die Politik müsse für verlässliche und geeignete Rahmenbedingungen sorgen, ergänzte Sozialminister Stefan Grüttner (CDU). Dazu gehöre auch, dass die Pharmaindustrie Preise erwirtschaften könne, die den Unternehmen Raum für die Entwicklung neuer Wirkstoffe und Medikamente ließen und gleichzeitig fair für die Patienten seien.

„Wir freuen uns auf viele innovative Ideen und konkrete Maßnahmen“, sagte Dr. Kai Beckmann, Mitglied der Merck-Geschäftsleitung. So sei Merck gerade dabei, den Hauptsitz der Pharmasparte von Genf nach Darmstadt zu verlegen. Mit rund 250 Millionen Euro Investitionen in 2013 und 2014 wolle man die eigenen Aktivitäten in Hessen ausbauen und die Unternehmenszentrale in Darmstadt stärken. Die „Initiative Gesundheitsindustrie Hessen“ nimmt noch im Februar ihre Arbeit auf. Erste Ergebnisse aus den Werkstätten sollen im Herbst 2013 vorliegen.


Juliane Ziegler


Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion über die Zukunft der hessischen Gesundheitsindustrie

„Academia und Industrie müssen an einem Strang ziehen“

Hessisches Urgestein und überzeugter Krankenhausapotheker mit vielfältigem Engagement

Dr. Manfred Schmall geht in Ruhestand

Darmstädter Fußballstadion

Böllenfalltor heißt jetzt Merck-Stadion

bessere Wachstumschancen

Merck lotet Umbau aus