GKV-Arzneiausgaben Dezember 2012

Ende der Praxisgebühr sorgt für Rückgang

Berlin - 06.02.2013, 10:34 Uhr


Die GKV-Arzneiausgaben für Arzneimittel, Testdiagnostika und Impfstoffe sind im Dezember 2012 um 6,5 Prozent zurückgegangen – für einen Dezember eher unüblich. IMS Health führt dies einerseits auf statistische Effekte zurück – aber insbesondere das Auslaufen der Praxisgebühr zum 1. Januar 2013 dürfte Patienten dazu veranlasst haben, einen Arztbesuch bzw. die Arzneimittelbestellung aufzuschieben.

Bei Ausschluss der Vakzine verbleibt noch immer ein Rückgang um 6,2 Prozent. Zugrunde gelegt sind dabei Apothekenverkaufspreise abzüglich der von den Pharmaherstellern zu leistenden Zwangsrabatte sowie den Nachlässen der Apotheken gegenüber der GKV. Unberücksichtigt bleiben Einsparungen aus Rabattverträgen und Patientenzuzahlungen. Die Zahl der zulasten der GKV abgegebenen Packungen sank um 7,7 Prozent.

Der Umsatz des Apothekengesamtmarktes war im Dezember ebenfalls rückläufig (-4,6%), dabei verloren insbesondere verschreibungspflichtige Präparate an Umsatz (-5,3%). Die Zahl der zulasten von GKV, PKV und Selbstzahlern abgegebenen Packungen ging insgesamt um 4,4 Prozent zurück – bei den Rx-Packungen um 7 Prozent. Das unterstreicht aus Sicht des Marktforschungsunternehmens die Wahrscheinlichkeit, dass neben dem oben erwähnten statistischen Effekt Patienten mit Bedarf an Dauermedikationen den Arztbesuch bzw. die Rezeptbestellung in den Januar aufgeschoben haben.

Gesamtjahr 2012

Für den gesamten GKV-Markt beliefen sich die Ausgaben für Arzneimittel und Test-Diagnostika im Jahr 2012 auf 29,4 Milliarden Euro (ohne Vakzine) – ein Ausgabenanstieg um 1,5 Prozent bzw. 443 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Der Absatz nach Packungen stagnierte mit rückläufiger Tendenz (-0,1%), unter anderem aufgrund der Packungsgrößeneffekte durch Verschreibungen größerer Arzneischachteln (N3-Packungen +3,9%, N2-Packungen -2,6%, N1-Packungen -3%). Die Ausgabenentwicklung lag damit unter der in der Rahmenvereinbarung zwischen GKV-Spitzenverband und Kassenärztlicher Bundesvereinigung festgelegten Quote von 2,7 Prozent.


Juliane Ziegler


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