Pharmazie in Leipzig

Studenten fordern endgültige Entscheidung

Berlin - 05.02.2013, 10:50 Uhr


Die Leipziger Pharmaziestudenten fordern ein Ende der „Planlosigkeit“. Die Universitätsleitung hatte vergangene Woche bekannt gegeben, im Studienfach Pharmazie noch einmal zu immatrikulieren, aber weiterhin an den Schließungsplänen festzuhalten – für die Studenten reine Verschleppungstaktik.

Laut dem Sächsischen Hochschulgesetz sei das Einvernehmen des Sozialministeriums erforderlich, um den Studiengang zu schließen, betonen die Studenten – doch Sozialministerin Christine Clauß habe es bereits verweigert. Eine endgültige offizielle Entscheidung werde insoweit weiter verschleppt: „Hier wird offenbar auf Zeit gespielt“, so die Vermutung. Denn die Anzahl der neu zu immatrikulierenden Studenten werde an der Zahl der Mitarbeiterstellen berechnet. Ziel sei offenbar, die verbliebenen Mitarbeiter und Studenten „aushungern“ zu lassen. „Wir sehen daher in der Vorgehensweise der Universität und des SMWK einen klaren Rechtsbruch.“

Auch die Diskussion um eine Kooperation mit der Universität Halle ist für die Studentenvertreter nicht nachvollziehbar: „Wir sind immer wieder erstaunt, mit welcher Leichtigkeit über Kooperationen gesprochen wird“ – denn die Umsetzung sei sicher nicht einfach. Müssten doch für eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Universitäten zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden: verschiedene Hochschulgesetze, Grundordnungen, Studien- und Prüfungsordnungen. Die für eine Kooperation notwendigen Gelder für Professorenstellen sollten stattdessen direkt in das Institut gesteckt werden, so der Vorschlag. So könnte dessen Eigenständigkeit und der Gestaltungsfreiraum für Sachsen erhalten bleiben.

Neben der Forderung nach einer endgültigen Entscheidung für den Erhalt des Instituts sind die Studenten aber auch enttäuscht. Uni-Rektorin Beate Schücking hatte erklärt, diese Entscheidung „schweren Herzens“ getroffen zu haben. Dazu erklärten die Studentenvertreter Christin Nitzschke, Friederike Zühl, Anja Lübs und Chris Graichen im Auftrag der sächsischen Pharmaziestudenten: Das Herz der Rektorin könne letztlich nicht so schwer sein, „wenn sie nicht hinter uns Studenten steht, die gern an der Universität Leipzig studieren und seit über einem Jahr dafür kämpfen, dass weitere Generationen dieses Privileg genießen dürfen“.

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Juliane Ziegler


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