APOkix-Umfrage

Apotheker erwarten auch 2013 mehr Schließungen

Berlin - 31.01.2013, 11:07 Uhr


Trotz verbesserter wirtschaftlicher Stimmung rechnet die große Mehrheit der Apotheker auch im laufenden Jahr mit einer Zunahme der Schließungen. Knapp 80 Prozent der im Januar vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH Köln) befragten Apothekeninhaberinnen und -inhaber rechnen für 2013 im Vergleich zum Vorjahr mit einer deutlichen Zunahme an Apothekenschließungen.

Immer noch 42 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker beurteilen die aktuelle Geschäftslage ihrer Apotheke als negativ. Bei den Geschäftserwartungen rechnen hingegen mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) mit einer verbesserten, zumindest aber stabilen Geschäftsentwicklung. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist der Anteil der pessimistischen Zukunftsaussichten damit um mehr als die Hälfte gesunken (von 82 auf 31 Prozentpunkte).

Dennoch warnt Dr. Markus Preißner, Bereichsleiter der IFH Pharma Experts, davor, angesichts dieser Entwicklung in Euphorie zu verfallen: „Fakt ist, dass aktuell rund jede dritte Apotheke ihre Geschäftslage negativ beurteilt und auch für die Zukunft keine Verbesserung erwartet.“ Hochgerechnet auf die Gesamtzahl der Apotheken in Deutschland wären damit rund 7.000 Apotheken in ihrer Existenz bedroht. Die zum Jahresstart befragten Apothekerinnen und Apotheker sehen dies ähnlich: Knapp 80 Prozent der im Januar befragten Apothekeninhaberinnen und -inhaber rechnen für 2013 im Vergleich zum Vorjahr mit einer deutlichen Zunahme an Apothekenschließungen. 

Die Gründe für die ausbleibende Euphorie im Apothekenmarkt sind laut IFH Köln vielfältig. So rechnen 78 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker damit, dass der Versandhandel mit Arzneimitteln weiter zunehmen wird. Zudem drohen nach Ansicht von knapp drei Viertel der Befragten auch bei freiverkäuflichen Präparaten und bei Produkten aus dem Ergänzungssortiment deutliche Marktanteilsverluste gegenüber Versandapotheken, Drogeriemärkten und Lebensmittelhändlern. Rund jeder Dritte glaubt zudem, dass sich die Einkaufskonditionen aufgrund der Ertragsprobleme des pharmazeutischen Großhandles verschlechtern werden.

Auch auf die Verhandlungen zwischen dem Deutschen Apothekerverband (DAV) e.V. und dem GKV-Spitzenverband um den Kassenabschlag für 2013 blicken die Apotheker mit Skepsis: 83 Prozent glauben nicht, dass die Verhandlungen zu einem guten Ergebnis für die Apothekerschaft führen werden. Selbst an eine Beendigung der Streitigkeiten zwischen den Verhandlungspartnern um den Kassenabschlag für die Jahre 2009 und 2010 glaubt nur jeder vierte Apotheker.


Lothar Klein


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