Schlafmittel

Zolpidem: für Frauen nur noch halbe Dosis

15.01.2013, 15:00 Uhr


Zolpidem (Stilnox®, Bikalm®) zählt zu den am häufigsten verordneten Schlafmitteln. Aufgrund geschlechtsspezifischer Unterschiede

Zolpidem gehört zur Gruppe der sogenannten „Z"-Substanzen (Zolpidem, Zopiclon, Zaleplon). Diese werden in der Verordnungspraxis wegen ihrer deutlich kürzeren Halbwertszeit den Benzodiazepinen oft vorgezogen.

Zolpidempräparate sind in Deutschland in Dosierungen von 5 und 10 mg erhältlich. Die übliche Dosierung für Erwachsene war bisher 10 mg, bei Alten, Patienten mit chronischer Ateminsuffizienz und mit Leberschäden sollte sie reduziert werden. In den USA sind zusätzlich retardierte Präparate mit 6,25 und 12,5 mg im Handel.

Frauen scheinen den Wirkstoff deutlich langsamer abzubauen als Männer. In einer von der FDA durchgeführten Untersuchung mit 250 Männern und 250 Frauen hatten 15% der Probandinnen 8 h nach der Einnahme von 10 mg  – also der Dauer einer typischen Nachtruhe - Blutspiegel, bei denen das Reaktionsvermögen deutlich herabgesetzt ist (> 50 ng/ml). Bei den Männern waren es nur 3%. Nach Einnahme von 12,5 mg retardiert wurde der kritische Wert bei 33% der Frauen und 25% der Männer überschritten. Aufgrund dieser Ergebnisse senkt die FDA die zugelassene Dosis für Frauen bei schnell freisetzenden Zolpidempräperaten jetzt von 10 auf 5 mg und von 12,5 mg auf 6,25 mg bei retardierten. Für Männer wird diese Dosisreduktion lediglich empfohlen.

Auch die Dosierungsempfehlungen anderer Schlafmittel incl. der OTC-Präparate werden derzeit in den USA überprüft.

Quelle: FDA News release, 10. Januar 2013


Julia Borsch


Das könnte Sie auch interessieren

EMA leitet ein europaweites Risikobewertungsverfahren ein

Zolpidem beeinträchtigt Fahrtauglichkeit

BfArM setzt EMA-Beschlüsse um

Verschärfte Warnhinweise für Zolpidem

Wie viele sind durch ganze Tabletten ersetzbar?

Geteilte Tabletten in Heimen und Pflegeambulanz

Wie das essenzielle Spurenelement das Immunsystem beeinflusst

Mit Zink gegen Erkältung

Mangelhafte indische Zulassungsstudien

Weitere Generika-Zulassungen müssen in Deutschland ruhen