Grippe-Impfstoffe

Kassen stehen zu erneuter Ausschreibung

Berlin - 10.01.2013, 16:52 Uhr


Die gesetzlichen Krankenkassen in Westfalen-Lippe stehen zu ihrer Entscheidung, Grippe-Impfstoffe für den Sprechstundenbedarf auch für die nächste Impfsaison öffentlich auszuschreiben. Vorangegangene Gespräche mit dem Apothekerverband konnten zu keiner Verständigung führen, heißt es in einer Presseinformation der Arbeitsgemeinschaft der gesetzlichen Krankenkassen.

Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest blickt ohnehin positiv auf die auslaufende Impfsaison zurück. Anders als in Schleswig-Holstein, Hamburg und Bayern, hatte man dort keine Probleme mit dem Vertragspartner: In Westfalen-Lippe hatte Sanofi das Rennen gemacht – und konnte liefern. Das Ausschreibungsverfahren, so Litsch, sei hier mithin „bereits erfolgreich angewendet“ worden und habe „zu einer erhöhten Liefersicherheit bei gleichzeitiger Preisreduzierung geführt“.

Die Kassen betonen, dass sich Ärzte, Apotheker und Krankenkassen bereits in den vergangenen Jahren überzeugend für eine sichere und wirtschaftliche Versorgung der Bevölkerung eingesetzt hätten. Ein wettbewerbs- und marktgerechtes Preisniveau lasse sich allerdings für Grippeimpfstoffe derzeit nur über europaweite Ausschreibungen realisieren. „Deshalb müssen die Rabattverträge im Sinne einer wirtschaftlichen und qualitativ hochwertigen Arzneimittelversorgung konsequent fortgeführt werden“, erklärt Andreas Hustadt, Leiter der Ersatzkassenverbände in NRW. 

Wie die Arbeitsgemeinschaft mitteilt, hatten die Kassen in mehreren Gesprächsrunden mit dem Apothekerverband Westfalen-Lippe ausgelotet, ob ein gemeinsames Festpreismodell zur Beschaffung von Grippeimpfstoff für die nächste Impfsaison 2013/2014 möglich ist. Trotz Annäherung der Standpunkte sei eine Verständigung leider nicht möglich gewesen, heißt es nun.

„Wir haben vollstes Verständnis für die Apotheker, die eine sorgfältige Risikoabschätzung aus ihrer Sicht vorgenommen haben. Auch die Krankenkassen haben sich gegenüber einem Ausschreibungsergebnis deutlich auf die Apotheker zubewegt. Dass es im Ergebnis zu keiner Vertragslösung kommt, ist bedauerlich, aber zu respektieren“, erklärte AOK-Chef Litsch. Eine gemeinsame Vertragslösung zwischen Krankenkassen und Apothekern werde auch in Zukunft angestrebt. 

Die Kassen betonen, dass die Versorgungssicherheit bei der Belieferung mit Grippe-Impfstoff bei der laufenden Ausschreibung im Vordergrund stehe. Sämtliche negative Erfahrungen aus anderen Bundesländern seien „sorgfältig ausgewertet und durch verbindliche vertragliche Vorgaben für die kommende Saison ausgeschlossen“ worden. Die gesetzlichen Krankenkassen hätten somit alles erforderliche dafür getan, dass Ärzte und Apotheker den Versicherten mit Beginn der neuen Impfsaison im Herbst 2013 eine gute Versorgung mit Grippeimpfstoff bieten können.

Die Ausschreibung für Westfalen-Lippe erfolgte bereits im Dezember – gemeinsam mit Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein.  


Kirsten Sucker-Sket


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