Kardiologie

Alkohol nützt nur „dünnen“ Herzen

18.12.2012, 09:31 Uhr


Das Glas Rotwein am Abend wird gerne mit den herzschützenden Effekten von Alkohol gerechtfertigt. So argumentieren dürfen einer aktuellen Untersuchung zufolge allerdings nur schlanke Menschen.

Ein moderater Alkoholgenuss wirkt kardioprotektiv – das ist eine Erkenntnis, die in den 1980er Jahren gewonnen wurde und die Wein- und Bierliebhaber seither regelmäßig zitieren. Australische Wissenschaftler haben nun überprüft, ob die Aussage von damals auf die heutige Bevölkerungsstruktur noch übertragbar ist. Insbesondere die Zunahme von Übergewicht und Adipositas stand bei ihrer Studie im Fokus. Und tatsächlich ergibt sich bei einer gewichtsabhängigen Betrachtung ein anderes Bild: Während bei normalgewichtigen Menschen das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen durch regelmäßigen geringen Alkoholkonsum verringert wird, bleibt dieser Effekt ab einem BMI von 27,5 aus, so das Ergebnis der Studie, für die die Daten von rund 2600 Personen ausgewertet wurden. 

Lobstein, T. et al.: Aust. N. Z. J. Public Health, Online-Vorabpublikation, DOI: 10.1111/j.1753-6405.2012.00958.x


Dr. Beatrice Rall