Schuldenabbau

Haniel veräußert 7,9 Millionen Celesio-Aktien

Duisburg - 27.11.2012, 20:55 Uhr


Haniel will fünf Jahre nach dem Aufstieg zum größten Anteilseigner des Handelskonzerns Metro seine Schuldenlast mithilfe von Aktienverkäufen wieder deutlich senken. Das Familienunternehmen gab am Dienstagabend überraschend Anteilsverkäufe beim Pharmahändler Celesio und bei Metro bekannt. In einem ersten Schritt soll die Beteiligung an der Celesio AG reduziert werden.

Weiterhin gab der Haniel-Aufsichtsrat seine Zustimmung zu einer Veräußerung von 4,24 Prozent Metro-Aktien im Laufe der nächsten 18 Monate, was einem Volumen von rund 13,7 Millionen Stück entspricht. Die Beteiligung an Metro sinkt damit von 34,24 Prozent auf 30,01 Prozent. Rund 150 Millionen Euro soll überdies der Verkauf von Vermögenswerten bringen. So solle die Verschuldung „in absehbarer Zeit“ deutlich unter die Schwelle von zwei Milliarden Euro sinken.

„Für Haniel ist dies ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur bereits angekündigten deutlichen Reduktion der Nettofinanzschulden auf Holdingebene“, so der neue Haniel-Vorstandsvorsitzende Stephan Gemkow. „Mit Blick auf das gegenwärtig stabile Marktumfeld sowie die Attraktivität des Investments sind wir zuversichtlich, die Celesio-Aktien sehr gut platzieren zu können.“

Mit Anpassung der Beteiligungsquoten werde Haniel weiterhin einen wesentlichen strategischen Einfluss auf beide Unternehmen haben und seine Interessen auch zukünftig konstruktiv verfolgen. „Wir sind vom nachhaltigen Wertpotenzial sowohl von Metro als auch von Celesio überzeugt“, so Gemkow. Die übrigen Haniel-Geschäftsbereiche CWS-boco, ELG und TAKKT sind dagegen nicht Gegenstand des verabschiedeten Maßnahmenpakets.

Haniel hatte 2007 seinen Anteil an der Metro AG unter der Regie des damaligen Haniel-Chefs Eckhard Cordes von rund 18 auf über 34 Prozent aufgestockt und dabei insgesamt rund 3 Milliarden Euro investiert. Im Jahr 2007 lag der Kurs der Metro-Stammaktie zeitweise bei über 60 Euro, derzeit liegt dieser mit 22 Euro deutlich darunter.

Bereits Gemkows Amtsvorgänger Jürgen Kluge hatte den Schuldenabbau zur ersten Priorität erklärt. Die Verbindlichkeiten der Haniel-Holding wurden 2011 um rund 150 Millionen Euro auf 2,4 Milliarden Euro reduziert. Hinzu kam ein Abbau von 300 Millionen Euro außerhalb der Bilanz. Der Schulden-Höchststand lag im Jahr 2007 bei über drei Milliarden Euro.


dpa-AFX


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