vfa-Mitgliederversammlung

Pfundner: Wir können mehr!

Berlin - 21.11.2012, 13:51 Uhr


Pharmaunternehmen wollen nicht auf die Kosten, die ihre Produkte verursachen, reduziert werden. „Wir können mehr, als für Arzneimittel einen Preis zu verlangen“, betonte Hagen Pfundner, Vorsitzender des Verbands forschender Pharmaunternehmen (vfa), gestern bei der öffentlichen vfa-Mitgliederversammlung. Sein Wunsch: Einen Beitrag in der Versorgungslandschaft zu leisten, ohne gleich in den Verruf zu geraten, nur am Profit orientiert zu sein.

Die forschenden Pharmaunternehmen setzen derzeit viel daran, neu wahrgenommen zu werden. Sie wollen den Blick auch auf die Gesundheitswirtschaft richten – die einen wesentlichen Anteil an der Gesamtwirtschaft trägt. Und sie wollen, dass Gesundheit als Wertschöpfungsfaktor erkannt wird. So stand auch die gestrige öffentliche Mitgliederversammlung des vfa unter dem Titel „Gesundheitswirtschaft und Gesundheitsindustrie - Chance für Deutschland".

In gewisser Weise funktioniert das auch: „Alle schneiden gerne unsere Bänder durch, wenn wir ein neues Werk eröffnen“, sagt Pfundner, der im täglichen Arbeitsleben für Roche Deutschland tätig ist. Die Investitionen der Branche, die vor Ort spürbar sind, schätzt man. Auch das Geld, das die Pharmaunternehmen in Kooperationen mit Forschungszentren, Universitäten und Kliniken stecken, ist gern gesehen. Dies bestätigt auch der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU). Gefragt nach seinem Wunsch an die Pharmaindustrie antwortete er: Mehr Forschungskooperationen, mehr Sitzverlagerungen von Unternehmen nach Berlin.   

Aber danach denken alle doch wieder nur an die Kosten der Arzneimittel, klagt Pfundner. Er wünscht sich, dass seine Branche auch eine bedeutendere Rolle in der Versorgung – auch der Versorgungsforschung – spielen dürfte. Doch wann immer ein Unternehmen mit anderen Akteuren – etwa Krankenkassen, Ärzten, Apothekern – kooperiert, werde ihm unterstellt, es gehe ihm nur um den Profit. Doch Pfundner betont: „Auch wir haben ein Interesse an einem stabilen System“. Die gesetzliche Krankenversicherung sei immerhin die „Existenzgrundlage“ der pharmazeutischen Unternehmen. Doch sobald es um Versorgung gehe, starte ein harter Verteilungskampf. Hier erhofft sich der vfa-Vorsitzende bessere Gesetze von der Politik. Der einheitliche Beitragssatz, in dessen Folge alle Gelder in einen Topf fließen, ist aus seiner Sicht höchst problematisch, wenn man ein „Hauen und Stechen“ vermeiden will.

Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), Gesundheitssenatorin in Hamburg, bringt die Pharmaindustrie durchaus gerne mit Versorgungsforschung in Zusammenhang. Sie möchte, dass sich die Firmen an den Ergebnissen dieser Forschung orientieren und hierfür Lösungen bieten. Zugleich räumte sie aber ein, dass die Versorgungsforschung noch nicht in dem Maße verbreitet ist, wie es wünschenswert wäre.


Kirsten Sucker-Sket


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