Zukunft der ABDA

Michels fordert offene Zukunftsdiskussion

Bielfeld - 15.11.2012, 13:42 Uhr


Mit Blick auf die anstehende Wahl des neuen ABDA-Präsidenten hat der Vorsitzende des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe, Dr. Klaus Michels, eine „lebhafte und offene“ Diskussion über die zukünftige Ausrichtung der ABDA-Politik eingefordert.

Diese Redepassage ist deshalb von besonderem Interesse, weil am vergangenen Freitag der einzige Kandidat für die Wahl zum ABDA-Präsidenten, Friedemann Schmidt, zum „Präsidenten-Casting", einer Vorstellungsrunde zur Vorstandssitzung des AVWL, eingeladen war. Über den Verlauf der dortigen Diskussion ist nichts bekannt. Gestern forderte Michels jedoch, dass die Diskussion über die Zukunft des Apothekerberufes über die „bloße Betonung des gemeinsamen Grundkonsenses“ hinausgehen müsse. Bekannt ist, dass es zwischen Michels und Schmidt unterschiedliche Auffassungen über die zulässigen kaufmännischen Aktivitäten von Apothekern gibt. Im Zusammenhang mit der Verabschiedung der Apothekenbetriebsordnung gab es dazu zwischen beiden Verbandsvertretern einen kontroversen Schriftwechsel.

Die Ausrichtung der Verbandarbeit muss nach Ansicht Michels über das Ja zur inhabergeführten Apotheke, zum Versorgungsauftrag und zu einer angemessenen Honorierung „deutlich hinausgehen“. Die Teilhabe der Apotheke am wachsenden Gesundheitsmarkt zähle ebenso dazu wie die Auseinandersetzung mit der rückläufigen medizinischen Versorgungsstruktur auf dem Land. Michels: „Das darf nicht vom Tisch gewischt werden, wie das manche offenbar immer noch gerne wollen.“

Zentrale Zukunftsaufgabe der Verbandspolitik müsse vielmehr die Erschließung neuer, zur Gesundheitskompetenz passender Aufgabenfelder mit wirtschaftlichem Potenzial gehören. Als Stichworte nannte Michels den demografischen Wandel und die Chancen des technischen Fortschritts: „Für mich steht fest, dass wir uns in Zukunft noch mehr an den wahren Bedürfnissen unserer Patientenkunden orientieren müssen.“ Dies gehe „sicher über eine qualitativ hochstehende pharmazeutische Versorgung hinaus". 


Lothar Klein


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