Grippeimpfung

Niedersächsische Kassen: Rabattverträge erfolgreich

Hannover - 14.11.2012, 10:23 Uhr


Auch in Niedersachsen kommt es jetzt zu Engpässen bei Grippeimpfstoffen – obwohl die Rabattvertragspartner der dortigen Kassen, GlaxoSmithKline und Ratiopharm, keine grundsätzlichen Ausfälle zu beklagen haben. Allerdings sind ihre Kontingente für das Bundesland nunmehr verbraucht – 1,14 Millionen Dosen rabattierten Impfstoff hatten sie geliefert.

Den Kassen zufolge lief die Impfstoffversorgung weitgehend reibungslos. Nur vereinzelt sei es zu Lieferverzögerungen gekommen. Sie hätten ihre Ursache in einer ungleichmäßigen Verteilung des Influenza-Impfstoffs durch die Hersteller gehabt. Die Kassen hatten jedoch über den Landesapothekerverband (LAV) Niedersachsen und die Kassenärztliche Vereinigung eine Hotline eingerichtet, über die Engpässe mitgeteilt werden konnten. Dies ermöglichte, dass in der Regel innerhalb von 24 Stunden Impfstoffe dorthin umverteilt wurden, wo sie benötigt wurden, so ein Sprecher der AOK Niedersachsen.

Seit gut zwei Wochen mehren sich jedoch die Engpässe – dies zeigt auch eine Abfrage der LAV unter den Apotheken. Einige Impfdosen wanderten offenbar in Bundesländer, bei denen die Versorgung noch schlechter war. Die Kassen beschlossen, Ärzten und Apotheken eine Ausweichmöglichkeit einzuräumen – schon bevor die Vergabekammer des Bundes entschied, dass die Exklusivität von Rabattverträgen ohnehin hinfällig ist, wenn der Vertragspartner nicht lieferfähig ist. Insgesamt rechnen die Kassen mit einem Bedarf von 1,2 bis 1,4 Millionen Impfdosen für Niedersachsen. Mit den gut 1,1 Millionen bereits ausgelieferten Dosen sei dieser also bereits überwiegend gedeckt.

Wie gut die Chancen für jetzt noch Impfwillige sind, nun noch eine Dosis abzubekommen, ist fraglich. Das Paul-Ehrlich-Institut erklärte zu Wochenbeginn zwar, es würden weiterhin noch beständig Impfstoff-Chargen freigegeben. Beim LAV hat man angesichts der angespannten gesamtdeutschen Situation im Grippeimpfstoffmarkt jedoch gewisse Zweifel. Dort will man das Geschehen weiter genau beobachten. Die laufende Abfrage zur Liefersituation in den niedersächsischen Apotheken will man noch bis Ende November auswerten – dann will der Verband ein erstes Resümee ziehen.

Die Kassen in Niedersachsen sind jedenfalls schon zufrieden. Die Impfstoff-Rabattverträge hätten ihnen in diesem Jahr bereits Einsparungen in Höhe von „mehreren Millionen Euro“ eingebracht.


Kirsten Sucker-Sket