Grippeimpfung für Kinder

Barmer GEK übernimmt Kosten für Impfspray

Berlin - 09.11.2012, 14:33 Uhr


Impfen ohne Piks: Bei der Barmer GEK versicherte Kinder, die nach den STIKO-Empfehlungen Anspruch auf Grippeschutzimpfung haben, können diese ab sofort in Form von Nasenspray verabreicht bekommen. Wie die Kasse heute mitteilte, übernimmt sie ab sofort für Kinder zwischen zwei und sechs Jahren die Kosten für den neuen Grippeimpfstoff Fluenz® von AstraZeneca.

Bislang gibt es hierzulande nur einen Impfstoff, der schmerzfrei vor Grippe schützt. „An dieser Innovation wollen wir die Jungen und Mädchen teilhaben lassen, die davon am meisten profitieren“, so Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, Vorstandsvize der Barmer GEK. Man sehe darin eine „sinnvolle Ergänzung für junge Menschen und deren Familien und einen guten Hebel, die niedrigen Impfraten unter Kindern und Jugendlichen zu erhöhen“.

Die Barmer GEK übernimmt die Kosten als Satzungsleistung, basierend auf einer Vereinbarung mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands. Damit ist der Impfstoff auch in allen Regionen einsetzbar, in denen exklusive Rabattverträge mit Impfstoffherstellern bestehen.

Fluenz® ist in Deutschland für die Grippesaison 2012/13 erstmals zugelassen – und zwar für Kinder und Jugendliche von 24 Monaten bis 17 Jahren. Die Barmer GEK beschränkt ihre Leistung mithin ein Stück weit. Der Impfstoff habe in zahlreichen Studien gute Wirkeigenschaften nachweisen können, erklärt die Kasse, vor allem bei Kindern unter sieben Jahren.

Bei AstraZeneca freut man sich über den Vorstoß der größten deutsche Krankenkasse. Damit werde in dieser Altersgruppe „eine neue Impfqualität ermöglicht“. Angesichts der vielen Rabattverträge über Impfstoffe, die in dieser Saison erstmals die Republik überziehen, hat das Unternehmen es nicht leicht mit der Einführung seiner Innovation. AstraZeneca verweist darauf, dass Kinder und Jugendlich sehr viel seltener gegen Influenza geimpft werden als Erwachsene. Und das, obwohl sie häufiger und oftmals auch schwerer erkrankten als diese. So hätten einer IMS-Studie zufolge im Zeitraum zwischen Juli 2011 und März 2012 insgesamt 18 Prozent der Gesamtbevölkerung eine Influenza-Impfung erhalten – aber nur 3 Prozent der 0 bis 18-Jährigen.

Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut erfolgt die Impfung gegen Influenza bei Kindern und Jugendlichen nicht generell. Vielmehr muss eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung infolge eines Grundleidens vorliegen, das können etwa Asthma, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten sein.


Kirsten Sucker-Sket


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