Folgen des AMNOG

Umsatz rauf, Rohgewinn immer weiter runter

Rostock - 25.10.2012, 17:14 Uhr


Höherer Umsatz und sinkender Rohgewinn - dieser jahrelange Trend setzt sich für die Apotheken auch 2012 weiter fort. Steuerberater Torsten Eimicke präsentierte beim gestrigen Wirtschaftsseminar des Apothekerverbandes Mecklenburg-Vorpommern in Rostock die neuesten Zahlen der Steuerberatungsgesellschaft Treuhand Hannover und zeigte damit, wie das AMNOG tatsächlich auf die Apotheken wirkt.

Demnach sind die Umsätze der Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern von Januar bis Juli 2012 um 2,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gestiegen, erklärte Eimicke. Für die östlichen Länder insgesamt betrage der Zuwachs 2,1 Prozent. Doch der Rohgewinnanteil ging weiter zurück. Im Osten betrage der Rohgewinn gemäß der vorläufigen Auswertung nur noch 22,9 Prozent vom Nettoumsatz (im Mecklenburg-Vorpommern 23,1 Prozent) gegenüber 23,5 Prozent im Vorjahr. Im Westen sei der Rohgewinn auf 25,0 Prozent zurückgegangen - gegenüber 25,8 Prozent im Vorjahr. Die seit Jahren erkennbare abwärts gerichtete Treppe setze sich damit fort, erklärte Eimicke.

Bei der Umsatzentwicklung sieht Eimicke eine klare Polarisierung. 60 Prozent der Apotheken hätten eine gute Umsatzentwicklung, aber große Apotheken würden deutlichere Rohgewinneinbußen verzeichnen. 40 Prozent der Apotheken hätten eine negative Umsatzentwicklung, doch bei diesen eher kleineren Apotheken sei die Rohgewinneinbuße geringer, weil diese Apotheken einen höheren Anteil niedrigpreisiger Packungen haben.

Neben den sinkenden Rohgewinnen belasten höhere Kosten die Apotheken. Eimicke verwies dazu insbesondere auf die Tarifabschlüsse und den Trend zu immer höher qualifiziertem Personal. In der vorläufigen Gewinn- und Verlustrechnung einer durchschnittlichen Apotheke in Mecklenburg-Vorpommern sinkt damit das Vorsteuerergebnis um rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wenn die Monate August und September in die Rechnung einbezogen werden, sei der Rückgang sogar noch stärker, kündigte Eimicke an.

Die Erhöhung des Festzuschlages der Apotheken um 25 Cent pro Packung würde einer solchen Apotheke etwa 10.000 Euro pro Jahr zusätzlichen Rohgewinn bringen. Doch erwartet Eimicke, dass dieses Geld durch die Umsetzung der neuen Apothekenbetriebsordnung wieder weg sei. Als besonders kostenintensive Aspekte nannte er die möglicherweise nötige Anschaffung einer Klimaanlage, Drucker und Software für die Rezeptur und den zusätzlichen Zeitaufwand für die Dokumentation in der Rezeptur und Defektur.


Dr. Thomas Müller-Bohn


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