Rabattverträge

Pro Generika: Zuschlagsfrist zu knapp

Berlin - 25.10.2012, 09:57 Uhr


Der Branchenverband Pro Generika beklagt eine immer kürzere Frist zwischen dem Zuschlag im Zuge von Rabattvertragsausschreibungen durch die gesetzlichen Krankenkassen und dem Lieferbeginn. „7 Wochen bis Vertragsbeginn sind zu kurz“, so Pro Generika mit Blick auf eine aktuelle Ausschreibung der Barmer GEK.

Ein realistischer Planungshorizont sei die notwendige Voraussetzung für einen reibungslosen Start und helfe Lieferengpässe zu vermeiden. „Pro Generika plädiert für eine Frist von mindestens sechs Monaten zwischen Zuschlagserteilung und Start des Vertrages“, so der Branchenverband. 

Mitte September habe die Barmer GEK die Zuschläge für 69 Wirkstoffe aus ihrer zweiten Rabattvertragsausschreibung bekannt gegeben. Der Vertragsbeginn sei bereits der 1. November 2012. Pro Generika: „ 7 Wochen sind zu kurz, um Medikamente in großem Umfang herzustellen und Apotheken mit ausreichenden Mengen zu versorgen.“ Generikaunternehmen benötigten im Regelfall jedoch mindestens sechs Monate für die Herstellung bzw. die Beschaffung des benötigten Arzneimittels, die Einhaltung der notwendigen gesetzlichen und behördlichen Vorgaben und die gesamte Logistik, bevor die Arzneimittel an den Großhandel oder die Apotheke übergeben werden könnten. 

Rabattverträge nähmen Generikaunternehmen die Planungssicherheit. Die Unternehmen könnten die in Deutschland benötigten Volumina eines Medikaments aufgrund der Rabattverträge kaum noch abschätzen. Denn erst mit dem Zuschlag für einen Wirkstoff durch die Krankenkassen könnten Unternehmen verbindlich kalkulieren. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Rabattvertragsausschreibungen müsse daher jedes Unternehmen das wirtschaftliche Risiko abwägen, das eine Bevorratung eines Medikamentes in großer Menge bedeute. 

Hersteller und Krankenkassen hätten ein gemeinsames Interesse daran, vom Tag des Vertragsbeginns voll lieferfähig zu sein: „Für die Hersteller bedeutet jeder Tag Verzögerung das Risiko erheblicher Vertragsstrafen. Für die Kassen verringert sich mit jedem Tag das beabsichtigte Einsparpotenzial“, so Pro Generika.


Lothar Klein


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