Grippe-Impfstoffe

Nächstes Krisentreffen anberaumt

Hamburg - 12.09.2012, 18:19 Uhr


In Kiel wird es am Freitag ein weiteres Treffen geben, um die Grippeimpfstoffversorgung in Schleswig-Holstein und Hamburg zu besprechen. Anlass geben die Lieferprobleme der Novartis Vaccine Vertriebs GmbH. Diesmal sollen auch Vertreter des Pharmaunternehmens sowie der AOK NordWest mit von der Partie sein – sie fehlten am gestrigen Dienstag am „Runden Tisch“ im Hamburger Apothekerhaus.

Novartis hat es nicht leicht im Moment: Das Unternehmen kann seinen Grippeimpfstoff Begripal ohne Kanüle noch nicht liefern. Dabei soll das Unternehmen neben Schleswig-Holstein und Hamburg auch noch Bayern exklusiv mit diesem Impfstoff versorgen. Zunächst hieß es, man sei ab dem 24. September lieferfähig.

Die Landesvertretung des Ersatzkassenverbandes vdek informierte die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVHH) jedoch am Montag, dass zu diesem Zeitpunkt lediglich „alternative Produkte“ der Firma Novartis zur Auslieferung kommen werden: Fluad, Optaflu oder ggf. Begripal mit Kanüle. Diese würden zu den gleichen Kosten, wie der ursprünglich vorgesehene rabattierte Impfstoff Begripal (ohne Kanüle) gegenüber den Krankenkassen zur Abrechnung gebracht. Zu beachten sei allerdings, so der vdek, dass Fluad und Optaflu nicht für Personen unter dem 18. Lebensjahr zugelassen sind. „Bei Grippe-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche ist bitte ein anderer dafür am Markt zugelassener Impfstoff zu verordnen bzw. von den Apotheken zu liefern“.

Im vdek-Schreiben sind auch konkrete Angaben für Ärzte enthalten, die eine korrekte Abrechnung über die Apotheken gewährleisten sollen, so lange der Impfstoff nicht verfügbar ist. Hierüber hatten vdek-Vertreter bereits gestern mit allen anderen Beteiligten sprechen wollen – doch weder die für die Verhandlung zuständige AOK NordWest noch Novartis hatte einen Vertreter geschickt.

Bei der KVHH ist die Stimmung gereizt: „Das ist ein Skandal“, wettert Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorsitzender der KVHH. „Wir fordern eine sofortige, praktikable und unbürokratische Lösung unter Ausschluss einer Kostenhaftung der Kassenärzte, um unverzüglich beginnen zu können, unsere Patienten in Hamburg mit dem nötigen Impfschutz zu versehen.“

Einig werden könnte man sich am Freitag: Diesmal hat die AOK NordWest in ihre Geschäftsstelle in Kiel eingeladen. Es besteht „nun die Möglichkeit, alle Fragen rund um die Grippeimpfstoff-Versorgung in Schleswig-Holstein auch mit der Fa. Novartis Vaccines Vertriebs GmbH zu klären“, heißt es seitens der Kasse.


Kirsten Sucker-Sket


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