Warnstreiks im Südwesten

Mal mehr, mal weniger, aber gutes Medienecho

Stuttgart - 12.09.2012, 14:53 Uhr


Die Apothekerverbände in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland hatten heute, am 12. September, die Apotheken zu Warnstreiks aufgerufen. Viele Apotheken folgten dem Streikaufruf, je nach Lage der Apotheke war die Teilnahme am Streik allerdings mehr oder weniger groß. Dennoch, die Medien interessierten sich für den Streik, Berichte über die wirtschaftliche Situation der Apotheken wurden im Rundfunk und Fernsehen gesendet.

Mit einer Beteiligung zwischen 50 und 90 Prozent, abhängig von der Lage und wirtschaftlichen Situation der Apotheke, waren die Apotheken der drei südwestlichen Bundesländer dem Streikaufruf gefolgt. Die Verbände hatten die Apotheken dazu aufgerufen, die Apotheken geschlossen zu halten und die Kunden und Patienten über die Notdienstklappe zu versorgen.

Frank Eickmann, Leiter Kommunikation des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg, geht davon aus, dass sich in Baden Württemberg etwa 70 bis 80 Prozent der Apotheken an dem Warnstreik beteiligen.

Auch Carsten Wohlfeil, Geschäftsführer des Saarländischen Apothekervereins, zeigte sich zufrieden mit der Beteiligung der saarländischen Apotheken, die sich zu 90 Prozent dem Warnstreik angeschlossen hatten. Die Apotheken nützten die Chance, um die Bevölkerung über das Anliegen der Apotheker aufzuklären.

Seinen Niederschlag fand der Warnstreik auch in den Medien Rundfunk und Fernsehen, die das Anliegen der Apotheken nach einer gerechten Honoraranpassung in die Öffentlichkeit transportierten. Christoph Gulde, Vizepräsident des LAV Baden-Württemberg auf der Pressekonferenz: „Der Streik der Apotheker ist Ausdruck dafür, dass jetzt das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Seit Jahren wurden dem Apotheker mit schöner Regelmäßigkeit Belastungen, Sparrunden und immer mehr Bürokratie aufgeladen. Beispiele sind die neue Apothekenbetriebsordnung, die Umsetzung der Rabattverträge, das aufwendige System der Präqualifizierung. Die Apotheken haben immer versucht, den Anforderungen gerecht zu werden. Aber, diese Aufgaben immer wieder zu schultern, dazu braucht es ein solides Fundament, das mindestens mit der Inflation mithalten muss. Und dieses Fundament ist seit Jahren am Wegbrechen.“

Wolf Kümmel, ebenfalls Vizepräsident des LAV Baden-Württemberg: „Rezepturen, Nacht- und Notdienst, oder die verantwortungsvolle Versorgung beispielsweise von Krebs- oder Schmerzpatienten mit Betäubungsmitteln – all diese hochqualifizierten Leistungen, die von der Apothekerschaft erbracht werden, sind unterfinanziert und werden seit Jahren nicht kostendeckend bezahlt.“


Peter Ditzel


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