Europäisches Parlament

Verschärfte Arzneimittelüberwachung

Brüssel - 11.09.2012, 15:20 Uhr


Das Europäische Parlament hat Konsequenzen aus dem Mediator®-Skandal gezogen und eine umfangreichere Überwachung von Arzneimitteln beschlossen. Der Vorschlag zur Überarbeitung des europäischen Pharmakovigilanzsystems wurde vom Parlament am Dienstag angenommen.

Die Änderung soll potenzielle Schwachstellen im aktuellen EU-System ausräumen. So müssen Firmen, die Arzneimittel vom Markt nehmen, danach angeben, aus welchen Gründen die Rücknahme erfolgt. Über die Europäische Arzneimittelagentur werden automatisch alle anderen Mitgliedstaaten informiert. Für den Fall, dass ein Mitgliedstaat oder die Kommission Sicherheitsmaßnahmen ergreift wie etwa die Rücknahme der Zulassung, wird automatisch ein Dringlichkeitsverfahren auf europäischer Ebene eingeleitet.

Anstoß zur Überarbeitung der bestehenden Regelungen war, dass mehrere hundert Todesfälle auf die Einnahme des Benfluorex-haltigen Lipidsenkers des französischen Pharmaunternehmens Servier zurückgeführt wurden. „Das Handeln der Firma Servier war unverantwortlich. Leider war der Rechtsrahmen aber so, dass die Europäische Union weder die Informationen noch die Befugnisse hatte, einzugreifen“, erklärt Liese. Mit den neuen Regelungen würden Patienten deutlich besser geschützt.

Lesen Sie zum Thema auch:

Mediator-Skandal: Prozessbeginn in Frankreich

EU-Parlament: Verbesserung der europaweiten Arzneimittelüberwachung

Frankreich will Arzneimittelaufsicht verschärfen: Konsequenzen aus Mediator-Skandal


Juliane Ziegler


DAZ.online mit Werbung und Tracking

Nutzen Sie den Newsbereich von DAZ.online wie gewohnt kostenlos. Alle Details zu unseren Werbe- und Trackingverfahren finden Sie hier.

DAZ.online – ohne Tracking

Nutzen Sie DAZ.online ohne verlagsfremde Werbung und ohne Werbetracking für 9,80 Euro pro Monat.
Alle Details zu unserem DAZ.online PUR-Abo finden Sie hier.

Jetzt DAZ.online PUR-Zugang buchen

(Sie können Ihren DAZ.online PUR-Zugang jederzeit kündigen.)