Schlecker-Pleite

Apotheken profitieren kaum

Köln - 27.08.2012, 17:15 Uhr


Die Mehrheit der deutschen Apotheken spürt keine positiven Auswirkungen auf das Drogeriewarengeschäft.

Obwohl gerade in apothekennahen Sortimentsbereichen des untergegangenen Drogerie-Riesen durchaus Potenzial besteht, ehemalige Schlecker-Kunden zu gewinnen, geben laut IFH lediglich 21 Prozent der für Apokix befragten Apotheker an, dass sich die Schließung der Schlecker-Filialen positiv auf die Nachfrage von Drogerie-Artikeln in ihrer Apotheke ausgewirkt habe.

Zuversicht, dass sich dies in Zukunft ändern werde, haben nur wenige Apotheker: Rund drei Viertel rechnen nach dem Aus von Schlecker auch weiterhin nicht mit steigenden Umsätzen im Drogeriewarenbereich.

Laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) profitierten Drogeriemärkte, Discounter und Supermärkte zu weitgehend gleichen Anteilen von der Schlecker-Pleite, auf den Fachhandel entfallen nur rund acht Prozent der ehemaligen Schlecker-Umsätze. Chancen bestehen für Apotheken laut Dr. Markus Preißner, wissenschaftlicher Leiter des IFH Köln, aber dennoch: „Vor allem in ländlichen, strukturschwachen Gebieten übernehmen Apotheken schon jetzt eine wichtige Versorgungsfunktion über den Arzneimittelbereich hinaus. Wenn diese Rolle auch in Bezug auf ehemalige Schlecker-Kunden und -Sortimente weiter aktiv ausgestaltet wird, könnten weitere Umsatzpotenziale realisiert werden“.

Dass die Konzentration auf bestimmte Zielgruppen aufgehen könnte, zeigt auch ein weiteres Ergebnis der Apokix-Befragung: Bereits ein Viertel der Apotheker konnte beobachten, dass seit der Schließung der Schlecker-Filialen Drogerie-Artikel insbesondere von älteren Kunden nachgefragt werden.


DAZ.online