Apothekenabschlag

Merkel an Apothekerin Aures: 1,75 Euro faire Ausgangsbasis

Berlin - 22.08.2012, 11:38 Uhr


Der Streit zwischen Apothekern und Bundesregierung über eine angemessene Honoraranpassung ist jetzt auch bei der CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlerin Angela Merkel angekommen. In einer Antwort der CDU-Zentrale auf eine Anfrage der Gaimersheimer Apothekerin Gabriela Aures lässt Bundeskanzlerin Merkel einen Mitarbeiter mitteilen, dass die Regierungschefin den Betrag von 1,75 Euro als „faire Ausgangsbasis für die folgenden Verhandlungen zwischen Kassen und Apothekern“ ansieht.

„Die Vorsitzende der CDU Deutschlands, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, dankt Ihnen für Ihre E-Mail vom 28. Juli 2012 sehr herzlich“, antwortet Albert Markstahler, Mitarbeiter im Fachbereich Sozial- und Gesundheitspolitik im Konrad-Adenauer-Haus, im Auftrag der Kanzlerin der Inhaberin der Rathaus-Apotheke, die kürzlich mit ihrem „Nackt-Foto“ für Aufsehen gesorgt hatte. Nach Auslaufen der Sparmaßnahmen Ende 2012 sei der Apothekenabschlag wieder auf der Basis „präzisierter Daten“ von der Selbstverwaltung zu vereinbaren.

„Wir haben vorgeschlagen, dass für das Jahr 2013 als Ausgangsbasis für die vorgesehenen Verhandlungen der für 2009 und 2010 geltende Abschlag (der derzeit gerichtlich überprüft wird) gesetzlich festgelegt wird“, schreibt Merkels Mitarbeiter weiter. „Dies ist sachgerecht und bildet eine faire Ausgangsbasis“ für die Verhandlungen zwischen DAV und GKV-Spitzenverband.

Unterstützung findet bei Merkel offenbar die angekündigte Erhöhung des Fixhonorars um 25 Cent auf 8,35 Euro: „Was die Honoraranpassung angeht, so wird der Apothekenzuschlag (§ 3 AMPreisV) von derzeit 8,10 Euro um 25 Cent auf 8,35 Euro je Packung erhöht“, so Merkels Mann für die Gesundheitspolitik in der CDU-Zentrale dazu. Das entspreche insgesamt 190 Millionen Euro für 2013: „Die Erhöhung des Festzuschlags erfolgt nur für rezeptpflichtige Fertigarzneimittel. Dementsprechend war für die Anpassung allein die Entwicklung der Kosten und Roherträge bei rezeptpflichtigen Fertigarzneimitteln maßgebend.“


Lothar Klein