Apothekerkammer Berlin

Gerechte Rezeptur-Vergütung überfällig

Berlin - 17.08.2012, 11:41 Uhr


In der Debatte um die Honorarerhöhung für Apotheken geht es immer wieder auch um die Honorierung von Rezepturen. Dass individuell hergestellte Zubereitungen nach wie vor ein Alltagsgeschäft für Apotheken sind, betont nun die Apothekerkammer Berlin: Im letzten Jahr haben die 868 Apotheken in der Hauptstadt weit mehr als 378.000 Rezepturen hergestellt.

323.000 allgemeine Rezepturen und 55.000 Methadon-Zubereitungen für die Heroinersatztherapie wurden in Berliner Apotheken angefertigt, meldet die Kammer heute. Zu diesem Ergebnis kommt die Auswertung von Verordnungen zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung durch das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI).

Nicht vom DAPI erfasst sind Spezialrezepturen wie Krebsmedikamente oder individuell hergestellte Ernährungslösungen. Sie werden in spezialisierten Apotheken und Herstellungsbetrieben angefertigt. Ebenso wenig umfassen die DAPI-Zahlen Zubereitungen, die für Privatversicherte oder auf Patientenwunsch hergestellt werden.

Und so kann auch Dr. Christian Belgardt, Präsident der Apothekerkammer Berlin, über die tatsächlichen Zahlen nur spekulieren. Auch eine Vergleichbarkeit mit älteren DAPI-Auswertungen sei nicht ohne Weiteres möglich. Aber: „Fakt ist, dass jede Berliner Apotheke im Durchschnitt alle zwei Tage eine patientenindividuelle Rezeptur herstellt“, so Belgardt. Und er verweist auf das bescheidene Honorar, das Apotheken bekommen: Eine maßgeschneiderte Salbe macht 2,50 Euro. 50 für ein Kind lebenswichtige Kapseln werden mit 7,00 Euro honoriert.

Belgardt betont: „Apotheken stellen Rezepturen her, weil die Patienten sie brauchen. Das ist kein Luxus, sondern schlicht eine Notwendigkeit – zum Beispiel wenn ein herzkrankes Kind ein Medikament in einer Dosis braucht, für die es kein industrielles Arzneimittel gibt“. Doch das Honorar für die Rezepturherstellung decke seit Jahren nicht annähernd die Kosten. Hinzu komme, dass die Anforderungen an die Rezepturherstellung durch die neue Apothekenbetriebsordnung weiter gestiegen sind. „Es ist deshalb überfällig, dass diese apothekerliche Leistung gerecht vergütet wird“, unterstreicht Belgardt.


Kirsten Sucker-Sket


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