Bericht der Wirtschaftswoche

Keine Zukunft für deutsche DocMorris-Apotheken

Stuttgart - 21.07.2012, 13:07 Uhr


Im Frühjahr verkündete Celesio-Chef Markus Pinger, die holländische Versandapotheke DocMorris solle verkauft werden. Unklar war bislang, was mit den in Deutschland existierenden DocMorris-Markenpartner-Apotheken geschehen soll. Nun meldet die WirtschaftsWoche unter Berufung auf Celesio-Kreise, die Marke werde nicht weitergeführt. DocMorris soll nur noch die Versandapotheke heißen.

Dem Bericht zufolge nimmt die mit der Investorensuche beauftragte Deutsche Bank derzeit mit möglichen Kaufinteressenten Kontakt auf. Darunter sollen deutsche Handelskonzerne, ein Finanzinvestor sowie eine ausländische Drogeriekette sein. Über den Käufer will Celesio spätestens bis zum Jahresende entscheiden.

Dem potenziellen Käufer soll DocMorris schmackhaft gemacht werden. Die WirtschaftsWoche berichtet von einem vertraulichen Papier der Deutschen Bank, demzufolge der DocMorris-Umsatz von 327 Millionen Euro 2011 auf mehr als 550 Millionen Euro im Jahr 2016 steigen soll. Allerdings werde das Ergebnis von DocMorris zwischenzeitlich durch Marketingkooperationen – etwa mit dem Lebensmittelkonzern Rewe, der Drogeriekette Rossmann und der Postbank – sowie durch mögliche Anpassungen beim Bonussystem belastet. Ab Herbst werden sich auch ausländische Versandapotheken, die nach Deutschland versenden, an die Arzneimittelpreisverordnung halten müssen. Dadurch werden ihnen großzügige Boni, wie sie bisher üblich waren, verwehrt. Erst nach 2013 sollen sich die Aussichten wieder bessern, heißt es.

Große Handelskonzerne wie Otto, Rossmann, dm und Tengelmann erklärten gegenüber der WirtschaftsWoche, dass sie kein Interesse an einer Übernahme der Marke und der Versandapotheke DocMorris haben.

Was genau nun mit den bestehenden DocMorris-Apotheken in Deutschland geschehen wird, ist ungewiss. Zuletzt hatten sich in Deutschland die ersten Markenpartner-Apotheken von DocMorris abgewandt.


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