Serono-Umbau

Merck tritt bei Pharmasparte auf die Kostenbremse

Darmstadt - 15.05.2012, 15:46 Uhr


Der Darmstädter Traditionskonzern Merck setzt bei seiner wichtigen Pharmasparte den Rotstift an. Ab 2014 sollen die Kosten jährlich um 300 Millionen Euro sinken. Allein bei den Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E) sollen im Vergleich zum vergangenen Jahr 10 Prozent gespart werden.

Der Umbau bei der Tochter Serono kostet Merck einmalig rund 600 Millionen Euro. Deutschlands drittgrößter Arzneimittelhersteller will dafür Doppelstrukturen abbauen, die durch die Zukäufe des Biotech-Konzerns Serono und des Laborausrüsters Millipore entstanden sind. Der Merck-Chef hatte Ende Februar ein massives Sparprogramm mit Stellenstreichungen angekündigt.

Der Familienkonzern soll nach den Rückschlägen in der Pharmasparte und angesichts des harten Wettbewerbs im Geschäft mit Flüssigkristallen für Flachbildschirme, Handys und Notebooks mit einem Sparprogramm auf mehr Effizienz getrimmt werden. Details über Stellenstreichungen in Deutschland sind noch nicht bekannt. Ende März beschäftigte Merck rund 40.500 Mitarbeiter, davon fast 11.000 in Deutschland.

Im ersten Quartal fiel der Gewinn nach Steuern wegen eines Umsatzrückgangs im ertragsreichen Chemiegeschäft um fast die Hälfte auf 176,6 Millionen Euro. Im Vorjahr hatten die Hessen zudem einen Verkaufserlös von 157 Millionen Euro verbucht. Der Umsatz kletterte um gut drei Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Dabei war die Entwicklung in Europa schwächer als in Nordamerika und den Schwellenländern. Zudem waren es ausschließlich Merck Serono und das Geschäft von Millipore, die zu dem Plus beitrugen. Hauptprodukte von Merck Serono sind das MS-Arzneimittel Rebif und das Krebstherapeutikum Erbitux. Ersteres konnte seinen Umsatz im 1. Quartal 2012 um 2,7 Prozent auf 430 Millionen Euro verbessern. Erbitux legte um 1,3 Prozent auf 214 Millionen Euro zu. Insgesamt steuerte Serono im ersten Quartal mit 55 Prozent den größten Batzen zum Konzernumsatz bei.

Die Gesamterlöse des Konzerns sollen 2012 bei rund 10,5 Milliarden Euro und damit leicht über Vorjahr liegen. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen rechnet das Unternehmen mit 2,8 bis 2,9 Milliarden Euro.


dpa


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