Arzneimittelrabattverträge

Barmer GEK geht in die dritte Runde

Berlin - 11.05.2012, 10:50 Uhr


Nach jahrelangem Verzicht geht es nun Schlag auf Schlag: Die Barmer GEK, Deutschlands größte Krankenkasse, hat die dritte Tranche ihrer Ausschreibung von Arzneimittel-Rabattverträgen veröffentlicht. Sie umfasst 96 Wirkstoffe, deren jährliches Umsatzvolumen der Kasse zufolge bei rund 382 Millionen Euro liegt.

Als die Barmer noch nicht mit der GEK fusioniert war, zog sie Rabattverträge mit Herstellern über deren Produktportfolio vor. Doch derartige Sortimentsverträge sah die Aufsicht nicht gerne. Die Kasse zögerte dennoch eine Weile, bis sie sich vor rund einem halben Jahr entschied, die erste Ausschreibung zu starten. Doch nun ist das Eis offensichtlich gebrochen. Seit dem 1. Mai 2012 sind die ersten Verträge über 30 Wirkstoffe wirksam – dabei handelt es sich ausschließlich um Antibiotika und Blutdrucksenker. Die zweite Tranche mit 69 Wirkstoffen soll im August starten.

Die jetzige Ausschreibung deckt ein breites Spektrum von Anwendungsgebieten ab.  Die 96 Wirkstoffe sind in 97 Losen ausgeschrieben, davon 80 exklusiv. Bei 17 Losen sucht die Barmer GEK dagegen erstmals bis zu drei Rabattpartner. Hierzu gehören unter anderem die Wirkstoffe Ibuprofen, Citalopram, Olanzapin und Valsartan. Zu den exklusiv ausgeschriebenen Wirkstoffen zählen etwa Formoterol, Propiverin, Risedronsäure und Testosteron. Die Angebotsfrist läuft bis zum 4. Juli 2012, geplanter Vertragsbeginn ist der kommende November. Auch diese Verträge sollen zwei Jahre laufen.

Mit dieser dritten Ausschreibung werden bald insgesamt 195 Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkombinationen bei der Barmer GEK unter Rabattvertrag stehen. Das Gesamtvolumen beziffert die Kasse auf rund 1,3 Milliarden Euro. Künftig soll davon ein dreistelliger Millionenbetrag eingespart werden. Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, Barmer GEK-Vize, betonte: „Die Umsetzung unserer neuen Rabattverträge verläuft nach Plan. Von den erzielten Preisnachlässen bei gleichbleibend hoher Qualität der Arzneimittelversorgung profitieren alle Versicherten.“


Kirsten Sucker-Sket


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