Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen

SPD: Wettbewerb verschiedener Vertriebsformen positiv

Berlin - 10.05.2012, 10:02 Uhr


Themen, die Apotheker betreffen und interessieren, sucht man auch im Wahlprogramm der nordrhein-westfälischen SPD vergeblich. Markige Wahlversprechen sind für die Sozialdemokraten möglicherweise nicht mehr nötig: Mit 38 Prozent haben sie in aktuellen Wahlumfragen die Nase vorn. DAZ.online hat dennoch nachgehakt.

Auf die Frage, wie sie zum Fremd-/Mehrbesitzverbot, dem Rx-Versandhandel und Pick-up-Stellen steht, ist die Antwort wenig verbindlich. Heike Gebhard, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen, verweist auf „internationale Erfahrungen“ – etwa aus Großbritannien und Norwegen. Diese hätten gezeigt, dass „ein Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Distributionsformen in der Arzneimitteldistribution eher positive Wirkungen für Patienten und Patientinnen“ habe: Verbesserte Versorgungssituation, verlängerte Öffnungszeiten, mehr Investition in Servicequalität – all das habe positive Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit gehabt.

Dennoch ist auch die NRW-SPD der Auffassung, dass Arzneimittel nicht eine Ware wie jede andere sind. Der Verkauf müsse durch geschulte Fachkräfte erfolgen. Nur sie seien in der Lage, eine gute Beratung und somit Patientensicherheit zu gewährleisten.

Warum Apotheker in NRW die SPD wählen sollten? Gebhard antwortet allgemein: „Weil nur mit der SPD die Gesetzliche Krankenversicherung und damit die wesentliche Säule des Gesundheitssystems zukunftsfest reformiert werden kann.“ Diese müsse weiterhin ein Solidarsystem bleiben, in dem starke Schultern mehr tragen als schwache. Privatisierungsversuche im Gesundheitswesen würden dagegen langfristig dazu beitragen, dieses Solidarsystem zu unterminieren und damit einem nicht unbeträchtlichen Teil der Bevölkerung die notwendige Versorgung zu versagen.

Die Lösung sieht die SPD bekanntlich in einer Bürgerversicherung, mit der der „Versichertenkreis und die Einkommensbasis in der GKV“ gestärkt werden könnten. Und die SPD-NRW ist überzeugt: „Von einer solchen Stärkung des Systems werden auch die Apotheken profitieren.“

Am kommenden Sonntag finden in NRW vorgezogene Neuwahlen statt. DAZ.online durchforstete in diesem Zusammenhang die Wahlprogramme der sechs ersten Parteien der Landesliste und fragte nach, wie sie zu apothekenrelevanten Themen stehen. Lesen Sie morgen, ob die CDU in NRW zu apothekenrelevanten Themen eine Meinung hat.

Bereits online finden Sie:

Piraten: Eigeninitiative gefragt

Grüne: Beratung statt Sonderangebote

FDP: Keine Rabatte auf Rx-Arzneimittel

Linke: Rolle des Heilberuflers stärken


Kirsten Sucker-Sket/Juliane Ziegler


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