Landtagswahl in Schleswig-Holstein

FDP: Für eine optimale Arzneimittelberatung

Berlin - 30.04.2012, 17:04 Uhr


In Schleswig-Holstein scheint vor allem die FDP möglichst viele der knapp 3300 Apotheker-Stimmen für sich gewinnen zu wollen. In ihrem Wahlprogramm befürworten die Freien Demokraten ausdrücklich das bestehende Apothekensystem. „Arzneimittelsicherheit und Verbraucherschutz werden hier durch strukturierte und professionelle Beratung sichergestellt“, betonen sie.

Entscheidend für den Arzneimittelversandhandel ist laut FDP-Wahlprogramm, dass ein „Rahmen mit Qualitätsforderungen und Kontrollmechanismen“ beachtet wird. Das garantiere die Arzneimittelsicherheit und die Lieferfähigkeit auf dem „hohen Niveau“ der Präsenzapotheken. „Insbesondere müssen jederzeit eine optimale Arzneimittelberatung und Rückfragen der Patientinnen und Patienten möglich sein und sichere Bedingungen hinsichtlich der Arzneimittelabgabe herrschen“, fordert die FDP. Die Partei „sieht dies bei den sogenannten Pick-up-Stationen bisher ungenügend umgesetzt.“ Die folgende Textpassage im Wahlprogramm ist jedoch interpretationsbedürftig: „ … wird sich die FDP Schleswig-Holstein auf Bundesebene dafür einsetzen, dass ,Pick-up-Stationen‘ den umfassenden Anforderungen des Apothekengesetzes und der Apothekenbetriebsordnung, z. B. Vorhaltung von Laboren und Räumlichkeiten für den Nachtdienst, genügen müssen.“ Auf Nachfrage von DAZ.online erklärt die FDP: „Das ist in Drogeriemärkten nicht umsetzbar. Wir lehnen daher Pick-up-Stellen in Drogeriemärkten ab.“  

Weiterhin betont die FDP gegenüber DAZ.online, „dass der freiberuflich tätige Apotheker am besten die hohe Qualität in der Arzneimittelversorgung der Verbraucher sichern kann. Das Verantwortungsprinzip trägt ganz wesentlich zur Qualitätssicherung bei. Dadurch dass Apotheker in Deutschland höchstens vier Apotheken betreiben dürfen, sind sie direkt wirtschaftlich und pharmazeutisch für ihr Handeln haftbar. Bei Apothekenketten wäre das nicht gegeben.“

Auf die Frage der DAZ.online-Redaktion: „Warum sollten Apotheker in Schleswig-Holstein die FDP wählen?“, kam die Antwort: „Die FDP ist die einzige Partei, die nicht sozialdemokratisiert ist. Nur wir bekennen uns klar zum freiberuflichen Apotheker und nur wir setzen uns dafür ein, die bestehende Überregulierung der Apotheken abzubauen. Außerdem stellt die FDP mit Dr. Heiner Garg einen kompetenten Gesundheitsminister für Schleswig-Holstein.“

Die DAZ.online-Redaktion hat überprüft und nachgefragt: Welche Aussagen zu Apotheken und Arzneimitteln enthalten die Programme der Parteien, die auf Platz 1 bis 7 der Landesliste in Schleswig-Holstein stehen?

Lesen Sie in den nächsten Tagen die Ergebnisse unserer Recherche! Morgen: die SPD.


Svenja Schwob


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