Neurologie

Chinesisches Schattenboxen hilft Parkinson-Patienten

München - 29.04.2012, 10:00 Uhr


Parkinson-Patienten stürzen seltener und bewältigen alltägliche Erledigungen besser, wenn sie zweimal in der Woche jeweils eine Stunde lang das Schattenboxen Tai-Chi üben. Dies teilt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie mit.

Neben der individuellen Einstellung mit Medikamenten sind bei der Behandlung der Parkinson-Krankheit begleitende Maßnahmen wie die Physiotherapie wichtig, um die Alltagskompetenz der Betroffenen so lange wie möglich zu erhalten.

Die positive Wirkung von Tai-Chi-Übungen ermittelte nun erstmals eine amerikanische Forschergruppe. Die 194 Testpersonen waren leicht bis mittelstark von der Krankheit betroffen. Die Forscher trainierten mit einem Drittel der Patienten über einen Zeitraum von sechs Monaten zweimal in der Woche eine Stunde lang Tai-Chi. Das zweite Drittel absolvierte stattdessen Krafttraining, das letzte Drittel Stretching, also Dehnungsübungen.

In puncto Haltungssicherheit schnitt Tai-Chi am besten ab, Dehnungsübungen brachten keine Besserung. Während der sechs Monate stürzten insgesamt 76 Patienten – am seltensten in der Tai-Chi-Gruppe, am häufigsten in der Stretching-Gruppe.

Literatur: Fuzhong, L., et al.: N. Engl. J. Med. 2012;366:511-9.


Dr. Bettina Hellwig


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