Weltmalariatag

Ab 2015 soll niemand mehr an Malaria sterben

Genf - 25.04.2012, 12:40 Uhr


Jährlich sterben etwa 600.000 Menschen an Malaria. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist jedoch optimistisch, diese Tropenkrankheit schon in drei Jahren unter Kontrolle zu bringen: Ab 2015 soll niemand mehr an Malaria sterben. Dafür sollen die Anstrengungen weiter verstärkt werden, wie die WHO zum Weltmalariatag am 25. April mitteilte.

Malaria ist immer noch die gefährlichste Tropenkrankheit. Im Jahr 2010 soll es schätzungsweise 216 Millionen Erkrankungsfälle gegeben haben, über 80 Prozent davon in Afrika; das heißt, dass etwa jeder sechste Einwohner Afrikas an Malaria erkrankt war. Besonders gefährlich ist die Krankheit für Kinder: Fast 90 Prozent der Malariatoten haben ihr fünftes Lebensjahr nicht vollendet.

Laut WHO werden weltweit jedes Jahr etwa zwei Milliarden Dollar zur Bekämpfung der Malaria ausgegeben. Das Geld wird sowohl in die Prophylaxe als auch in die Arzneitherapie investiert. So besitzt etwa jeder zweite Haushalt in Afrika südlich der Sahara mindestens ein Moskitonetz. Die Versorgung mit dem Arzneistoff Artemisinin wurde erheblich verbessert. Doch die WHO möchte die Anstrengungen noch verstärken. Um das Ziel zu erreichen, dass ab 2015 niemand mehr an Malaria stirbt, müssten laut WHO jährlich 3,2 Milliarden Dollar ausgegeben werden.

Doch Geld allein wird die gestellte Aufgabe nicht erfolgreich lösen können. Auch eine gewisse politische Stabilität, die die nötige Infrastruktur gewährleistet, ist dafür erforderlich. So berichtet die Organisation Ärzte ohne Grenzen, dass die Anzahl der von ihr behandelten Malariapatienten in der Demokratischen Republik Kongo seit 2009 dramatisch gestiegen sei und dass dort fast 300.000 Kinder jährlich an Malaria sterben. Das entspräche knapp der Hälfte aller Malariatoten weltweit. Im Osten des Kongo tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg, und in großen Landstrichen gibt es keine medizinische Versorgung.


Dr. Wolfgang Caesar


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