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Erweitertes Preismoratorium

Kohlpharma hält Rechenzentren mangelnde Kooperation vor

Merzig - 09.03.2012, 16:27 Uhr

Der Arzneimittelimporteur Kohlpharma will nicht mehr die von den Krankenkassen geforderten Herstellerrabatte zahlen – die Rechnungen des Norddeutschen Apotheken-Rechenzentrums (NARZ) für Dezember 2011 und Januar 2012 wurden nicht vollständig beglichen. Das Unternehmen will sich dies jedoch nicht zum Vorwurf machen lassen.

In einer Pressemeldung verweist Kohlpharma darauf, dass sich der GKV-Spitzenverband mit Wirkung zum 1. Juli 2011 entgegen der gültigen Rechtslage entschlossen habe, „seinen Mitgliedern zu empfehlen, die für Importarzneimittel gültigen gesetzlichen Regelungen zur Festsetzung des Preismoratoriumsrabattes nicht mehr zu beachten und damit das Abrechnungsverhalten zu ändern“. Damit seien die Importeure unrechtmäßig mit zusätzlichen Millionenbeträgen belastet worden. Hiergegen habe man sich von Anfang an auch gegenüber den Rechenzentren verwehrt. Zudem habe man mit Unterstützung des DAV die Rechenzentren aufgefordert, die zur Klärung des Sachverhaltes notwendigen Daten zu Verfügung zu stellen. Dieser Bitte sei jedoch nicht nachgekommen worden. „Somit hatten wir keine Möglichkeit, eine Rückforderung gegenüber den Kostenträgern gegebenenfalls auch gerichtlich durchzusetzen“, rechtfertigt sich das Merziger Unternehmen. „Damit blieb uns, nachdem nun nach zwischenzeitlicher Intervention des BMG klar ist, dass unsere Sicht der Rechtslage die richtige ist, keine andere Wahl, als die Aufrechnung der Beträge zu erklären“. 

Auch wenn Kohlpharma es ebenso wie der Vorsitzende des Hamburger Apothekerverbands und NARZ-Vorstand Dr. Jörn Graue „unerträglich“ findet, wenn der Streit um das erweiterte Preismoratorium „auf dem Buckel der Apotheker ausgetragen wird“ - aus Sicht des Importeurs hätten sich die Rechenzentren kooperativer zeigen müssen. Dies hätte das Verfahren einfacher gemacht. Zudem wirft Kohlpharma Graue vor, dass er „selbst seine Mitglieder in kollektive Geiselhaft nimmt, um sich die Mühe zu ersparen, die überzahlten Beträge von den Kassen zu fordern, deren Interessen er scheinbar vor die seiner Kunden und Gesellschafter stellt“. Die Apotheken mit den zur Diskussion stehenden Beträgen belasten zu wollen, sei „weder sachgerecht noch zeugt es von gutem Stil“. 


DAZ.online