Elektronische Gesundheitskarte

Sicherheit auf „Mülltonnenniveau“?

Berlin - 01.03.2012, 09:30 Uhr


Die Anfertigung und Herausgabe der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) müssen gestoppt werden – das fordert der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten e.V. (DGVP) Wolfram-Arnim Candidus. Seiner Einschätzung nach treten bei der Ausgabe der Karte erhebliche Sicherheitsmängel auf.

„Nach den uns vorliegenden Fakten darf die bereits in Verkehr gebrachte elektronische Gesundheitskarte für die als ,hoch sensibel‘ eingestuften Sozialdaten nicht genutzt werden. Das Sicherheitsniveau zur Beantragung und Ausgabe der eGK entspricht nach dem e-Government-Handbuch gerade dem Sicherheitsniveau zur Beantragung einer Mülltonne, “ kritisiert Candidus.

Im e-Government-Handbuch gibt das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik unter anderem Empfehlungen für die sichere Verarbeitung und Speicherung von online übermittelten personenbezogenen Daten.

Nach dem, vom Handbuch vorgegebenen, Sicherheitskonzept benötige jede neue Karte mit einem Foto eine elektronische Signatur sowie eine Bestätigung der Identität des Versicherten durch eine benutzerunabhängige Instanz. Diese Überprüfung erfolge aber nicht und so könne ein Missbrauch der Karte nicht verhindert werden, sagte Candidus weiter. Demnach eigne sich die Karte auch nicht, um Notfalldaten oder die Erklärung zur Organspende darauf zu speichern. 


Svenja Schwob


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