DAZ-Interview mit ABDA-Präsident Wolf

ApBetrO: ABDA gibt grünes Licht – nur noch wenige Änderungen

Berlin - 14.02.2012, 10:35 Uhr


Die vom Bundeskabinett verabschiedete Novelle zur Apothekenbetriebsordnung stößt in weiten Teilen auf die Zustimmung des Präsidenten der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Heinz-Günter Wolf: „Die vom Kabinett beschlossene ApBetrO ist ganz eindeutig besser als der vorherige Entwurf."

Ausgeräumt sieht der ABDA-Präsident die Gefahr für eine „Apotheke light“. Alle Hintertüren seien geschlossen: „Die Türchen, die zu einer 'Apotheke light' hätten führen können, sind nach meiner Einschätzung ausgeräumt.“ Keine Probleme hat Wolf zudem mit der Regelung, dass es möglich sein soll, Ausgangsstoffe nur noch in einer Apotheke eines Filialverbundes zu prüfen: „Die Prüfung der Ausgangsstoffe ist in der Regel nichts Zeitkritisches, das sofort erledigt werden muss. Das kann also durchaus Sinn machen, dies im Filialverbund zu delegieren. Das heißt ja nicht, dass eine Filiale auf ein Labor verzichten kann“, so Wolf.

In zwei Punkten sieht der ABDA-Präsident allerdings noch Nachbesserungsbedarf in den anstehenden Beratungen des Bundesrates: beim Stellen und Verblistern sowie bei der Abgrenzung zwischen Rezeptur und Defektur. Wolf: „Es gibt da noch einige Unschärfen, die klargestellt werden müssen. Zum Beispiel der Unterschied zwischen dem Stellen von Arzneimitteln und dem Verblistern. Das ist nicht klar genug geregelt und für kleine Apotheken, die keine Möglichkeit für einen extra Raum haben, nicht handhabbar. Es kann doch nicht sein, dass diese Apotheken den Patienten künftig wegschicken müssen. Das kann nicht gemeint sein. Ich gehe davon aus, dass dies redaktionell noch klargestellt wird.“ Nicht eindeutig genug sei zudem die Unterscheidung zwischen Rezeptur und Defektur. Die Vorschriften für die Defektur seien extrem unklar. Wolf: „Da muss noch einmal nachgebessert und größerer Praxisbezug hineingebracht werden.“

Das vollständige Interview mit ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf, der sich dort auch zur Dynamisierung des Apothekerhonorars äußert, lesen Sie in der nächsten Ausgabe der DAZ.   


Lothar Klein


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