Weltkrebstag

2010 starb jeder Vierte an Krebs

Berlin - 03.02.2012, 11:26 Uhr


In Deutschland starben im Jahr 2010 insgesamt 218.889 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung. Wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar mitteilt, war Krebs damit bei einem Viertel aller Todesfälle (858.768) die Todesursache. Die Deutsche Krebshilfe ruft dazu auf, die Früherkennungsangebote zu nutzen.

118.202 Männer und 100.687 Frauen starben 2010 infolge bösartiger Neubildungen. Wie schon in den Vorjahren war Lungen- und Bronchialkrebs mit 42.972 Fällen die am häufigsten festgestellte Krebsart mit Todesfolge – bei Männern ist sie mit 29.357 der Sterbefälle noch verbreiteter als Frauen. Bei Frauen steht dagegen der Brustkrebs an erster Stelle der tödlichen Krebserkrankungen. Brustkrebs ist mit 17.573 Gestorbenen in der Gesamtzahl die zweithäufigste Krebsart. An dritter und vierter Stelle standen Krebserkrankungen des Dickdarms mit insgesamt 17.161 Todesfällen (2 Prozent) und der Bauchspeicheldrüse mit 15.488 Fällen (1,8 Prozent). 

Doch es sind weit mehr Menschen von einem Krebsleiden betroffen, als die Sterbezahlen widerspiegeln. So wurden im Jahr 2010 bundesweit 1.483.992 an Krebs erkrankte Patientinnen und Patienten im Krankenhaus vollstationär aufgenommen und entlassen. 39,4 Prozent von ihnen waren zwischen 25 und 65 Jahre alt. Die häufigste Diagnose bei den Frauen war auch hier in 140.337 Fällen eine Krebserkrankung der Brust. Bei den Männern war der häufigste Grund für einen stationären Krankenhausaufenthalt ein Lungen- und Bronchialkrebs mit 127.567 Fällen. 

Die Deutsche Krebshilfe und viele weitere Gesundheitsorganisationen nutzen den Weltkrebstag, um über Themen wie die Krebs-Früherkennung zu informieren. „Je früher Krebs erkannt wird, desto höher ist die Chance einer Heilung“, betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Insbesondere Brust-, Darm-, Haut- und Gebärmutterhalskrebs sowie verschiedene Formen des Prostatakrebses sind zumeist gut heilbar, wenn sie frühzeitig erkannt werden. 

Allerdings weist die Krebshilfe auch darauf hin, dass Früherkennungsuntersuchungen Nachteile oder Risiken haben können. So kommt es immer wieder sowohl zu „falsch-negativen“ als auch zu „falsch-positiven“ Ergebnissen – beides kann schlimme Folgen für die Betroffenen haben. Die Deutsche Krebshilfe bietet daher Faltblätter an, die umfassend über Vor- und Nachteile der derzeit angebotenen gesetzlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen informieren. 


Kirsten Sucker-Sket