Otto vermittelt Botendienst

In Hamburg startet der „VitaBote“

Hamburg - 26.01.2012, 14:42 Uhr


Nun steigt auch das Hamburger Versandunternehmen Otto ins Apothekengeschäft ein. Die VitaBote GmbH, eine Gesellschaft der Otto Group, tritt dabei als Vermittler zwischen Kunden und Vor-Ort-Apotheken auf: Sie stellt eine Webseite zur Verfügung, über die Kunden Arzneimittel und Gesundheitsartikel online bestellen können.

Seit heute ist die Website www.vitabote.de zugänglich. Interessierte Kunden können hier ihre Postleitzahl eingeben, und mit etwas Glück wird ihnen eine nahegelegene Apotheke genannt, bei der sie ihre Bestellung aufgeben können. Bislang sind vornehmlich Apotheken im Hamburger Nordwesten erreichbar – oftmals erscheint daher nur der Hinweis: „Diese Postleitzahl können wir derzeit noch nicht beliefern“. Hat man eine Apotheke gefunden, erscheinen auf der Internetseite zunächst die OTC-Topseller. Es kann aber auch nach Hersteller, Wirkstoff, Name und Preis nach dem passenden Medikament gestöbert werden. In der Pressemeldung der VitaBote GmbH wird von einem individualisierbaren Shopbereich der jeweiligen Apotheke gesprochen, in dem diese ihr Angebot frei gestalten und beispielsweise auf spezielle Serviceleistungen hinweisen können. Noch ist die Individualität schwer auszumachen.

Nach der Bestellung von OTC oder Gesundheitsartikeln werde innerhalb weniger Stunden geliefert, heißt es. Alternativ kann die Bestellung zur Abholung in der Apotheke reserviert werden. Die Lieferung durch einen Boten übernimmt die Apotheke, ohne dass für den Kunden zusätzliche Gebühren fällig werden. Der komplette Bestellvorgang, einschließlich der Bezahlung der Medikamente, wird über VitaBote abgewickelt. Der Kunde kann wählen, ob er über das Online Bezahlsystem PayPal, mit der Kreditkarte oder per Sofortüberweisung zahlen will. Zudem besteht die Möglichkeit, die Bestellung bei der Lieferung bzw. Abholung bar zu zahlen. Auch die Bestellung von rezeptpflichtigen Medikamenten ist möglich. Allerdings ist dann ein zusätzlicher Schritt zwischen dem Abschluss der Bestellung und der Auslieferung notwendig: Der Apotheke muss die Verordnung vorgelegt werden. Hat sie das Rezept geprüft, kann die Bestellung an den Botendienst übergeben werden. 

Florian Hermsdorf, Geschäftsführer von VitaBote, ist vom Mehrwert des neuen Angebotes überzeugt: „Kunden werden es schätzen, auf das Angebot ihrer Vor-Ort-Apotheke nun auch im Internet zugreifen zu können und eine schnelle Lieferung zu bekommen.“ Wer krank ist und das Bett nicht verlassen kann, dem falle auch der Gang in die Apotheke schwer. „Da ist einem geholfen, wenn man von zu Hause bestellen kann und die Medikamente wenig später geliefert werden“, so Hermsdorf. 

Den Apotheken wiederum wird die Nutzung des Online-Vertriebskanals geboten. „Sie müssen kein eigenes Online-Angebot aufbauen, sondern können auf eine bereits vorhandene Plattform zurückgreifen,“ erklärt Hermsdorf. Das spare Kosten, und die Apotheker könnten sich auf ihre eigentliche Aufgabe – die Beratung - konzentrieren. Umsonst ist das natürlich nicht.

Zum Start kooperiert VitaBote zunächst mit mehreren Apotheken aus Hamburg. Ziel ist es, in der ersten Jahreshälfte 2012 das gesamte Hamburger Stadtgebiet abzudecken. Eine schrittweise Erschließung ländlicher Gebiete und weiterer Städte sei in Planung, heißt es. 

Der neue Präsident der Hamburger Apothekerkammer, Kai-Peter Siemsen, sagte gegenüber DAZ.online, es habe im Vorfeld Gespräche mit der VitaBote-Geschäftsführung gegeben - insbesondere über die Problematik von Rx-Bestellungen -, weitere stünden an. Aus Siemsens Sicht handelt es sich bei dem neuen Unternehmen in erster Linie um ein „Präsentationsportal“ für Apotheken, wie es sie auch schon anderweitig gebe. Ob es von den Apothekern akzeptiert werde und sie bereit sind, dafür den geforderten Preis zu zahlen, müsse jeder für sich selbst entscheiden.   


Kirsten Sucker-Sket