e-Medikation in Österreich

Pilotbetrieb endet zum 31. Dezember

Wien - 30.12.2011, 10:01 Uhr


Der Pilotbetrieb e-Medikation in Österreich, der seit April 2011 in einigen Bezirken in Tirol, Oberösterreich und Wien stattfand, endet wie geplant mit Ende Dezember. In der Testphase ging es um die Vernetzung und elektronische Kommunikation zwischen Ärzten, Apothekern und Krankenhäusern über die Medikation eines Patienten

Nach erster Einschätzung der österreichischen Sozialversicherungsträger brachte die Medikationsübersicht „großen Nutzen“. „Ärzte erhalten damit einen besseren Überblick über Medikamente, die ein Patient bereits einnimmt, und können diese Erkenntnisse gleich bei der Verordnung weiterer Arzneimittel berücksichtigen.  Patienten wiederum können sich anhand eines Ausdrucks dieser Liste besser orientieren, wann und wie sie ein Medikament einnehmen sollen“, heißt es in einer Presseerklärung. 

Durchaus zufrieden zeigt sich der Vorsitzende des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Dr. Hans Jörg Schelling, mit einer ersten Bilanz: „Trotz des zeitweilig heftigen Gegenwindes und eines durch die Österreichische Ärztekammer ausgerufenen Projektstopps über den Sommer haben in den drei Pilotregionen knapp 8.000 Patientinnen und Patienten ihre Zustimmung zur Teilnahme abgegeben. Von den rund 100 teilnehmenden Ärzten, den 57 teilnehmenden Apotheken und den 5 Krankenanstalten wurden insgesamt rund  37.000 elektronische Prüfungen auf Wechselwirkungen durchgeführt." 

Die im Pilotbetrieb gesammelten Erfahrungen werden nun von der Medizinischen Universität Wien wissenschaftlich evaluiert und die Daten in anonymisierter Form statistisch ausgewertet. Der Evaluierungsbericht wird voraussichtlich im April 2012 zur Verfügung stehen und die Grundlage für einen flächendeckenden österreichweiten Einsatz der e-Medikation bilden.

Ohne den Auswertungen der wissenschaftlichen Evaluierung vorgreifen zu wollen, konnten laut Sozialversicherungsträger bereits einige wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. So hängt die Akzeptanz bei Ärzten, Apothekern und Patienten von einer gesetzlich eindeutigen Grundlage ab. Für Apotheken werde eine integrierte Software-Lösung notwendig sein, um e-Medikation effizient in die bestehenden Abläufe  einbinden zu können. 


Lothar Klein


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