Schon eine Epidemie?

WHO warnt vor Masern in Europa

Berlin - 25.10.2011, 15:02 Uhr


In Europa breiten sich die Masern wieder massiv aus. Nur durch weit mehr Impfungen als bisher könne die Bedrohung von immer mehr Menschen gebremst werden, mahnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag in ihrer Kopenhagener Europa-Zentrale.

Die meisten derzeitigen Fälle treten nach WHO-Angaben in westeuropäischen Ländern auf. Allen voran in Frankreich mit 14.000 Fällen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres. Im vergangenen Jahr starben nach WHO-Angaben in der Europa-Region neun Menschen durch Masern. Sieben davon waren älter als zehn Jahre. In Nordrhein-Westfalen ist in der vergangenen Woche ein 13 Jahre altes Mädchen an den Spätfolgen einer Infektion vor zwölf Jahren gestorben.

Zsuzsanna Jakab, WHO-Generaldirektorin für Europa, appellierte an die Länder, dieser Epidemie zu begegnen. Eigentlich hatte sich die Europa-Region vorgenommen, die Masern bis 2015 auszurotten – doch dieses Ziel sei angesichts der jüngsten Ausbrüche ernsthaft gefährdet, so Jakab. „Masern sind keine harmlose Infektion, wie es manche Menschen glauben. Wo wir Krankheit und Tod verhüten können, müssen wir dies tun“.

Die Zahl der Masern-Erkrankungen in Deutschland schwankt von Jahr zu Jahr. 2010 gab es in Deutschland nach Behördenangaben 780 Masern-Erkrankungen. In diesem Jahr wurden aber bereits über 1500 Fälle gemeldet. Als besonders anfällig gelten neben Babys und Kindern auch junge Menschen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren. Dem Statistischen Bundesamt zufolge sterben in Deutschland jährlich ein bis zwei Menschen an den Folgen der Masern.


dpa/DAZ.online