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Wolf: „Zu Treibern der Politik werden“

Düsseldorf - 07.10.2011, 08:30 Uhr


„Wir müssen die Politik wieder auf den richtigen Pfad bringen. Denn es brennt inzwischen an zu vielen Stellen“, betonte ABDA-Präsident Heinz-Günther Wolf bei seinem Lagebericht auf dem Apothekertag 2011. Die Apotheker hätten gute Konzepte für die Zukunft eingebracht, jetzt gehe es darum, sie durchzusetzen.

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Deutliche Worte richtete Wolf an die schwarz-gelbe Regierungskoalition: „Schwarz-gelb hat strukturell nichts für die Apotheken getan. Im Gegenteil: Ankündigungen und Zusagen wurden nicht eingehalten, auch dann nicht, wenn sie schwarz auf weiß im Koalitionsvertrag stehen.“ Vor der Wahl hätten der feie Heilberuf und die Mittelständler genau im Fokus von schwarz-gelb gelegen, nach der Wahl sei davon nichts mehr zu spüren. „Wer hätte bei der Bundestagswahl 2009 geahnt, dass gerade die bürgerlichen Parteien uns Freiberufler und Mittelständler ausquetschen würden?“, klagte der ABDA-Präsident und richtete an die Politik den Appell, das Ruder jetzt herumzureißen. „Wir erwarten von einer Regierung, die aus Christdemokraten und Liberalen besteht, dass sie nicht einfach nur per Gesetz staatlich verordnet. Wir erwarten, dass bürgerliche Politik auch die Kräfte der Leistungserbringer und der Selbstverwaltung fördert und anerkennt“, forderte er weiter. Die Apotheker seien bereit, Verantwortung auch weiterhin zu übernehmen. Wenn sie von der Politik aber kontinuierlich mit neuen bürokratischen Hürden überworfen und zusätzlich noch Gelder aus der pharmazeutischen Versorgung herausgeschnitten würden, dann könne diese Verantwortung nicht mehr vernünftig getragen werden.

Die Delegierten des Apothekertags 2011 als Vertreter des gesamten Berufsstandes forderte Wolf auf, zusammenzustehen und gemeinsam Position zu beziehen. „Nur zusammen können wir uns Gehör verschaffen und Politik verändern. Wir müssen zu Treibern der Politik werden. Wenn falsche Politik gemacht wird, dann müssen wir handeln und dafür sorgen, das die Politik wieder erkennt, was pharmazeutische Versorgung in Deutschland wert ist“, betonte Wolf. Der Deutsche Apothekertag biete die richtige Plattform, um zu diskutieren und Forderungen zu platzieren. Drei klare Forderungen stellte Wolf ans Ende seiner Rede:

- Das KBV/ABDA-Modell muss im Ganzen ein Herzstück des Versorgungsstrukturgesetzes werden.

- Bei der Apothekenbetriebsordnung sagen die Apotheker „Ja“ zur Apotheke, die alles kann – so wie es heute ist.

- Die deutschen Apotheker brauchen eine gerechte Honorierung für ihre gute Arbeit, das heißt, eine Dynamisierung der fixen Vergütung, Kostendeckung bei der Übernahme von Gemeinwohlpflichten und die Festsetzung des Apothekenabschlags in Höhe von 1,75 Euro als Ausgangsbasis im Gesetz.


Dr. Beatrice Rall