Weigeldt bleibt Hausärzte-Chef

Hausärzte wollen dispensieren

Berlin - 19.09.2011, 09:44 Uhr


Ulrich Weigeldt ist vom Deutschen Hausärztetag mit großer Mehrheit im Amt des Bundesvorsitzenden des Deutschen Hausärzteverbandes bestätigt worden. Große Einigkeit bestand bei den Hausärzten zudem in der Ablehnung des ABDA-KBV-Konzepts. Vielmehr forderte Weigeldt ein erweitertes Dispensierrecht für Hausärzte.

Weigeldt wird dem Deutschen Hausärzteverband damit für weitere vier Jahre vorstehen. Als erster stellvertretender Bundesvorsitzender wurde der bayerische Landesvorsitzende Dr. Dieter Geis gewählt. Der Deutsche Hausärztetag unterstütze mit dieser Wahl klar den Kurs für eine Tarifautonomie der Hausärzte, Wettbewerb mit Selektivverträgen für bessere Versorgungslösungen und eigene Strukturen der Vertragsumsetzung, hieß es.

Abseits der Wahl seiner Spitze haben die Hausärzte bei ihrem Treffen letzte Woche in Berlin vor allem über das Versorgungsstrukturgesetz diskutiert. „Ohne Hausärzte ist die ambulante Versorgung nicht sicherzustellen“, betonte Weigeldt. Die Hausarztverträge, die der Hausärzteverband geschlossen hat, seien „ein entscheidender Beitrag, dass die Hausärzte in Deutschland überleben können und dass Nachfolger für die Versorgung unserer Patienten gefunden werden“.

Einstimmig erteilten die Delegierten zudem den Plänen von ABDA und KBV, „mittels Wirkstoffverordnung einen Transfer von ärztlicher Kompetenz an die Apotheker zu vollziehen", eine klare Absage. „Wenn diese Vorstellungen umgesetzt würden, würden wir nicht nur Kompetenzen an die Apotheker abgeben, sondern die Regressgefahr eher erhöhen als senken; jedenfalls für den hausärztlichen Versorgungsbereich“, sagte Weigeldt. „Wir sind nicht bereit, für ein durchsichtiges Apothekerförderprogramm die sichere Arzneimittelversorgung unserer Patienten aufs Spiel zu setzen“.

Der Hausärzteverband setzt dagegen auf die Kompetenzen der Hausärzte – und dabei will er auch laut neu über das Dispensierrecht nachdenken. „Wir üben dieses auch schon bisher ohne Probleme beispielsweise bei den Impfstoffen sogar in der Kühlkette aus. Warum sollten wir nicht auch ein Kontingent von Arzneimitteln in der Praxis vorhalten für die Akutversorgung im Notdienst und für Hausbesuche“, so Weigeldt.

Unterstützt wurde der Hausärztetag übrigens von einige Firmen – darunter das wackelnde Joint-Venture Medco Celesio.


Kirsten Sucker-Sket


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