Tresor aus Apotheke gestohlen

Geklautes Zyankali sichergestellt

Berlin - 05.09.2011, 13:20 Uhr


Einbrecher entwendeten vergangene Woche aus einer Apotheke im Mandelbachtal, nahe der französischen Grenze, ein Fläschchen des hochgefährlichen Nervengifts Zyankali. Die Täter hatten es darauf jedoch nicht abgesehen: Die Polizei konnte das Gift mittlerweile in einer nicht weit entfernten französischen Kleinstadt sicherstellen.

In der Nacht zum vergangenen Freitag brachen die drei Täter in die Schwanen-Apotheke in Bliesmengen-Bolchen ein und nahmen den Wandtresor mit. Die Täter suchten jedoch ausschließlich Bargeld, das Zyankali und das ebenfalls im Safe befindliche Betäubungsmittel wurden nur zufällig zum Diebesgut. „Sie haben nichts durchwühlt, sondern gleich den Tresor aus der Wand gebrochen“, so Apotheker Michael Bläsius gegenüber der „Saarbrücker Zeitung“.

Bereits die Aufnahme geringer Mengen des giftigen weißen Zyankali-Pulvers kann tödlich sein. Die 50 Gramm, die das Fläschchen enthielt, bedeuteten demzufolge eine enorme Gefahr. Darum warnte die Polizei in den Morgenstunden des vergangenen Freitags sowohl die Öffentlichkeit als auch die Diebe: Mögliche Finder des Fläschchens und auch die Diebe sollten es auf keinen Fall öffnen.

Bläsius begründet die Verwahrung des lebensgefährlichen Gifts im Safe so: „Ich habe die Chemikalie von meinem Vorgänger übernommen, sie gehörte früher zu den vorgeschriebenen Reagenzien jeder Apotheke.“ Damit sei die Kontrolle von Wirkstoffen möglich, so Bläsius gegenüber der „Saarbrücker Zeitung“. Bei einer Neueröffnung sei ein Vorrat heute nicht mehr vorgeschrieben, und er selbst habe das giftige Pulver noch nie in Gebrauch gehabt.

Bereits vergangenen Samstag konnte die Polizei das unversehrte Fläschchen mit dem gefährlichen Gift sicherstellen. Die Täter hatten den Tresor mitsamt dem Fläschchen im französischen Wiesviller zurückgelassen. Ob sie damit auf die Warnmeldung der Polizei reagiert oder aber das Etikett mit den Warnmeldungen gelesen und das Fläschchen aus Respekt zurückgelassen hatten, bleibt offen.


Juliane Ziegler


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