PTA-Ausbildung gesichert

Apotheker retten Marburger PTA-Schule

Marburg - 31.08.2011, 09:53 Uhr


Allein das private Engagement einiger Apotheker ermöglicht den Fortbestand der Marburger PTA-Schule. Drei Apotheker setzten alle Hebel in Bewegung und sorgten für das Weiterbestehen.

Die Besetzung offener Stellen ist für Apotheker derzeit ein großes Problem – insbesondere Pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTA) werden händeringend gesucht. „Das Berufsbild der PTA gibt es seit 1968. Neben dem regulären Mangel an PTA sorgen derzeit die ersten Jahrgänge, die in Rente gehen, für einen zusätzlichen Abfluss“, so Apotheker Thorsten Junk gegenüber DAZ.online.

Zur Lösung des Problems müsse bereits bei der Ausbildung angesetzt werden: „In Hessen wird derzeit nur die Hälfte der eigentlich benötigten PTA an Schulen ausgebildet“, so Junk. Der Betreiber der Lahn-Apotheke in Marburg beklagt, dass neben der Marburger PTA-Akademie in Hessen nur drei weitere Schulen PTA ausbilden. Mangels staatlicher Förderung der Ausbildung müssten vermehrt PTA-Schulen schließen.

Dieses Schicksal drohte in diesem Jahr nun auch der Marburger PTA-Schule. Um dies zu vermeiden, schloss sich der Apotheker mit zwei Kollegen privat zusammen. Zunächst waren sie enttäuscht von der mangelnden Unterstützung seitens der Kammern und Verbände: „Es gab viel Kopfnicken und Schulterklopfen, aber niemand tat etwas – dabei wäre schnelle Unterstützung nötig gewesen“, so Junk.

Mit viel privatem Ehrgeiz erreichten sie ihr Ziel dennoch: Einsparungen bei den Kosten, EU-Fördermittel, ein neu gegründeter Förderverein, der sich nun laufend um Spenden bemüht, und eine Zertifizierung von der Bundesagentur für Arbeit – das neue Konzept lockte Bewerber für die Trägerschaft an. Auch der bisherige Träger, die Deutsche Angestelltenakademie (DAA) erklärte sich daraufhin bereit, die Trägerschaft weiterhin zu übernehmen.

Auch inhaltlich wurde das Konzept der Ausbildung verbessert: „Wir wollen die Schule mit Leben erfüllen, das Berufsbild erweitern“, so Junk gegenüber DAZ.online. Dafür wurden aktuelle Themen wie das Verblistern, die Zytostatika-Herstellung und die Gestaltung von Werbung für Apotheken auf den Lehrplan gesetzt.

Das Engagement der Apotheker zahlte sich aus: Vergangenen Montag startete eine neue Klasse von Auszubildenden mit dem Unterricht an der Marburger „PTA-Akademie“. Nachdem zunächst allen Bewerbern wegen der drohenden Schließung abgesagt worden war, musste eine neue Bewerberrunde durchgeführt werden. Bewerbungen sind derzeit noch möglich – es sind noch fünf Plätze frei und zu besetzen.


Juliane Ziegler


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