Insight Health-Daten zum OTC-Markt

Nur Versandapotheken mit spürbarem Umsatzplus

Berlin - 25.08.2011, 10:46 Uhr


Der OTC-Markt hat sich auch von Juli 2010 bis Juni 2011 recht dynamisch entwickelt – allerdings nur bei Versandapotheken. Und auch dort wächst er nicht mehr ganz so kräftig wie noch ein Jahr zuvor. Bei den öffentlichen Apotheken, die keine Arzneimittel versenden, stagnieren die OTC-Umsätze dagegen nahezu.

Von Juli 2010 bis Juni 2011 konnten die Versandapotheken im größten Teilsegment des OTC-Marktes, den apothekenpflichtigen Arzneimitteln, einen Umsatz von 450 Millionen Euro erzielen – das ist eine Steigerung um 5,4 Prozent (alle Werte beziehen sich auf den „realen Apothekenverkaufspreis“). Der Umsatz der Nichtarzneimittel stieg im selben Zeitraum sogar um 9,9 Prozent auf 226 Millionen Euro. Auch das deutlich kleinste Segment, die nicht apothekenpflichtigen Arzneimittel, entwickelte sich mit plus 4,9 Prozent positiv und erreichte 21 Millionen Euro. In den vorangegangenen zwölf Monaten lagen die Steigerungsraten bei den Versandapotheken allerdings noch im zweistelligen Bereich.

Trotz deutlicher Steigerungsraten bei den Versandapotheken läuft der größte Teil des OTC-Geschäfts weiterhin über die Apotheken vor Ort. Insgesamt kauften die Verbraucher hier für 8,17 Milliarden Euro OTC-Produkte – bei den Versandapotheken summiert sich der OTC-Umsatz auf 697 Millionen Euro. Allerdings entwickelte sich in den öffentlichen Apotheken der Umsatz lediglich bei den Nichtarzneimitteln positiv: Hier ging es um 2,9 Prozent auf 2,58 Milliarden Euro nach oben – dies bescherte den Apotheken letztlich mit plus 0,5 Prozent ein leicht positives Ergebnis in der Summe aller OTC-Produkte. Rückläufig entwickelte sich der OTC-Umsatz bei den apothekenpflichtigen Arzneimitteln (- 0,5 % auf 5,29 Mrd. Euro) sowie bei den nicht apothekenpflichtigen Arzneimitteln (- 3,1 % auf 0,30 Mrd. Euro).

Kassenschlager unter den OTC-Produkten in den Vor-Ort-Apotheken sind im betrachteten Zeitraum die apothekenpflichtigen Präparate „Voltaren Schmerzgel“, gefolgt von „Sinupret“ und „Tebonin“. Auf Platz vier und fünf folgen „Iberogast“ und „Grippostad C“.  Bei den Versandapotheken liegt „Voltaren Schmerzgel“ ebenfalls vorne, gefolgt von den Ginkgopräparaten „Tebonin" und „Gingium“ sowie den beiden Diätprodukten und Nichtarzneimitteln „Almased Vitalkost" und „Formoline L112“.

Bezahlt wurden diese Arzneimittel in aller Regel von den Patienten selbst – seit 2004 sind nicht verschreibungspflichtige Medikamente nur noch in Ausnahmefällen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig. Nach den Insight Health-Daten erstatten die Kassen von den in den Apotheken (ohne Versandapotheken) verkauften apothekenpflichtigen Arzneimitteln im Zeitraum Juli 2010 bis Juni 2011 jedoch immerhin 12,2 Prozent, das waren Arzneimittel im Wert von insgesamt 647 Millionen Euro.



Kirsten Sucker-Sket


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